Geldern: "Laminat" für die Hartstraße?

Geldern : "Laminat" für die Hartstraße?

Tiefe Spurrillen haben sich in der Hartstraße gebildet. Dass sie saniert werden muss, steht außer Frage. Der Rat muss entscheiden, ob neues Pflaster, oder eine feste Fahrbahndecke mit dem Muster von Pflastersteinen verlegt wird.

Die Hartstraße entwickelt sich zu einem Imageproblem für Geldern. Der Überzeugung ist jedenfalls Bürgermeister Ulrich Janssen, wie er gestern in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses verkündete. "Selbst, wenn wir nichts dafür können", so Janssen, "nach außen entsteht die Meinung, dass wir es nicht schaffen, da eine ordentliche Straße zu bauen."

Eine Sanierung der gepflasterten Straße ist dringend notwendig. In der Fahrbahn haben sich stellenweise tiefe Spurrillen gebildet. Insbesondere, weil täglich rund 140 Busse und zusätzlich noch viele Lastwagen über die Pflasterung fahren. Frank Hackstein, Leiter des Tiefbauamtes, erläuterte im Ausschuss gestern drei Sanierungsmöglichkeiten.

Belastungsobergrenze

Einmal eine Pflasterung mit den vorhandenen Steinen auf neuem Untergrund. Dann allerdings sei die Gefahr möglicherweise hoch, dass es wieder zu Absenkungen komme. Alternativ eine Pflasterung mit neuen Steinen, die 20 000 Euro mehr kosten und die bei dem bestehenden Verkehr an der Belastungsobergrenze seien. Oder aber eine geschlossene Bitumendecke, in die mit einer Matte das Muster von Pflastersteinen gedrückt wird. "Das wäre wie Laminat für die Straße", so Janssen, der deutlich für diese Variante warb, "es sieht aus wie gepflastert, ist es aber in Wirklichkeit nicht".

Die Bitumendecke werde entsprechend eingefärbt und sandgestrahlt, so dass auch die Oberfläche wie gepflastert wirke. Solch eine Straßendecke ist bislang nirgendwo in Deutschland verlegt, Geldern wäre für den Hersteller ein Pilot-projekt. Als Hackstein die Kosten nannte, blieb jedoch den meisten Ausschussmitgliedern hörbar die Luft weg: 60 000 Euro soll dieser Belag kosten.

Allerdings werden gleichzeitig mit der Fahrbahnsanierung durch die Stadtwerke Wasserleitungen unter der Hartstraße erneuert. Die Stadtwerke würden einen Teil der Straßensanierung mittragen.

Die Ausschussmitglieder waren sich einig, dass sie mehr Informationen und eine klare Kostenkalkulation für eine Entscheidung benötigen. Janssen bot eine Fahrt zum Hersteller der gemusterten Bitumendecke an. In der nächsten Ratssitzung wird weiterdiskutiert.

(RP)
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