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Geldern: Kunstvoller "freier Fall" bei der GWS

Geldern : Kunstvoller "freier Fall" bei der GWS

28 Ausstellungsstücke warten bis zum 1. September darauf, entdeckt zu werden. Jörg Möller und Nanni Wagner haben sich dem "Freien Fall" auf ganz unterschiedliche Art genähert und dabei faszinierende Werke geschaffen.

Was bedeutet es, im "freien Fall" zu sein? Dieses Thema erforschten die beiden Künstler Nanni Wagner und Jörg Möller in einer knapp dreimonatigen, intensiven Schaffensphase, deren Ergebnisse nun in den Räumen der GWS am Issumer Tor 6 ausgestellt sind. "Wir wollen von nun an Künstlern in der Region etwa zwei Mal im Jahr anbieten, dass sie ihre Werke bei uns ausstellen können", sagte GWS-Geschäftsführer Paul Düllings bei der Eröffnung. "Wir haben hier viele große Wandflächen zur Verfügung, und da wollen natürlich Kunstwerke drangehängt werden."

Auf sehr unterschiedliche Weise gingen die beiden Aussteller an das Thema "Freier Fall" heran. "Man muss nicht Kunst studiert haben, um zu sehen, dass Nanni und ich gänzlich andere Herangehensweisen haben", meinte Jörg Möller mit einem Schmunzeln.

Seine Werke zeigen oft Figuren, die entweder plötzlich stolpern, oder halb sichtbare, sich scheinbar auflösende Figuren, die sich dem Blick des Betrachters entziehen. Dabei gelingt ihm, trotz seines bewusst reduzierenden Stils, eine große Dynamik, wenn es um das Zeigen von Bewegungen geht.

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Auch arbeitet er manchmal mit halb sichtbarer Schrift und Mustern, die ein noch tiefergehendes, entrücktes Gefühl beim Betrachter erzeugen können.

Eines der Glanzstücke zeigt eine weitere Dimension des "freien Falls": das Bild eines Clowns, der in vier Momentaufnahmen mehrere Stufen herunterstürzt. Es ist dabei sehr pointiert direkt über der Treppe des Hauses angebracht. Generell hat man sich auch mit der Präsentation viel Mühe gegeben und Ausstellungsflächen gewählt, die den einzelnen Werken den nötigen Raum lassen, damit sie ihre Wirkung entfalten können.

Wagners Arbeiten sind noch abstrakter, größer und bunter. Bei ihr verteilen sich, mit satten Farbschwüngen, breite grüne oder kirschrote Striche. Im Hintergrund dieser großen Elemente finden sich immer wieder kleinere Farbsprengsel und angedeutete Formen. Dies liegt daran, dass sie selber sprichwörtlich in den freien Fall gegangen ist bei ihrer Herangehensweise: "Denn ich habe komplett bestehende Werke genommen und sie einfach übermalt. Viel von dem, was hier ausgestellt ist, das besteht aus der dritten Schicht. Da gab es immer die Chance, dass es nachher nichts wurde und man das vorherige Bild zerstört hat, aber darauf musste ich mich einlassen."

Bei der Arbeit lernte sie sich selbst besser kennen: "Das war ein richtiger Durchbruch für mich, wie ein Sprung vom Fünf-Meter-Brett, diesen Mut zusammenzunehmen." Damit sie und Jörg Möller ihre Ausstellungsstücke fertig bekamen, schlossen sie sich aber beide fast für die gesamte Arbeitszeit in ihren Ateliers ein. "Auch wenn wir uns schon jahrelang kennen, so ist dies unsere erste gemeinsame Ausstellung", so Möller.

Die Ausstellung zum Thema "Feier Fall" kann noch bis zum 1. September in den Räumen der GWS während der normalen Büro-Öffnungszeiten erforscht werden.

(cnk)