Gelderner Künstlergruppe : Farbe dank der „Pinselschwinger“

Elf Frauen widmen sich bei regelmäßigen Treffen in der Gruppe ihrem Hobby, der Kunst. Sie malen unter der Anleitung von Nina Stiber. Im Foyer des Rathauses Geldern stellen sie noch vier Wochen lang ihre Werke aus.

Im Foyer des Gelderner Rathauses stehen zwei Reihen Bilder. Bunt gemischt sind sie: Manche zeigen Tiere, manche Landschaftsmotive, andere abstrakte Formen, die an Ranken oder Blumen erinnern. Und davor steht eine genau so bunt gemischte Gruppe Menschen: Die Bilder, die hier ausgestellt sind, wurden von der Hobby-Künstlergruppe „Die Pinselschwinger“ gemalt. Die Gruppe stellt nun schon zum dritten Mal im Rathaus aus.

Elf Mitglieder zählt die Gruppe momentan. Die Künstlerinnen kommen aus verschiedenen Lebensbereichen: Von der Landwirtin über die Einzelhandelskauffrau bis zur Krankenschwester ist alles dabei. Doch so unterschiedlich die Frauen auf den ersten Blick vielleicht sind, eines haben sie doch gemeinsam: Jeden Mittwochabend treffen sie sich, um zusammen unter der Anleitung von Nina Stiber zu malen. Als Schutz vor Ansteckungen wurde in diesem Jahr sogar draußen gemalt.

Angefangen hat alles 2012. Zuerst bestand die Gruppe nur aus ein paar Leuten aus Geldern und Umgebung, die ihr Hobby Kunst zusammen ausüben wollten. „Über die Jahre sind durch Mundpropaganda immer mehr Frauen dazu gekommen“, erzählt Angie Weihofen. „Es ist vor allem schön, in einer Gruppe zu malen, weil man sich gegenseitig immer wieder inspirieren und verbessern kann.“ Die anderen Frauen nicken zustimmend. „Das liegt auch daran, dass jede ihr eigenes Ding machen kann, obwohl wir alle zusammen arbeiten“, ergänzt Marlene von Dop.

Das alles geschieht unter der Anleitung von Nina Stiber. Die Künstlerin mit kirgisischen Wurzeln hat ein Atelier in Kalkar. Für die „Pinselschwinger“ kommt sie aber jede Woche nach Geldern. „Nina hat Kunst studiert und kann uns deshalb einige Dinge erklären“, findet Angie Weihofen. „Aber trotzdem sind wir ganz frei in dem, was wir malen. Nur am Anfang gibt es immer zehn Minuten Zeichenübung.“

Die Ausstellung in Rathaus kam zu Stande, weil die Gruppe „einfach mal nachgefragt“ hat. „Wir haben hier im Foyer ja öfter Ausstellungen. Das ist eine Win-Win-Sitation: Die Künstler können ihre Werke an den Mann bringen, und gleichzeitig wird das Foyer aufgewertet“, meint Herbert van Stephoudt von der Stadtverwaltung. Besonders schön finde er die Ausstellungen der Pinselschwinger, weil die Bilder so vielseitig und unterschiedlich sind.

Und das finden wohl auch die Besucher des Rathauses. „Bei unserer ersten Ausstellung hier konnten wir auch gleich ein Bild verkaufen“, erinnert sich Angie Weihofen. Auch dieses Mal stehen die Bilder wieder zum Verkauf. Weihofen: „Besonders jetzt, da bald die Weihnachtszeit anbricht, könnten Besucher hier ja vielleicht ein schönes Geschenk finden.“ Die Pinselschwinger hoffen auf dieselbe positive Resonanz wie in den vorigen Jahren. „Oft schauen sich die Leute die Ausstellung an, die sowieso einen Termin im Rathaus haben“, erzählt van Stephoudt. „Am Wochenende kommen aber auch häufig Leute nur wegen der Ausstellung hierher, gerade, wenn es sich ein bisschen herumspricht.“ Die Reaktionen der Besucher seien bis jetzt durchweg positiv. Hier kann man sich auch über Weihnachtswünsche schlau machen.

Und nicht nur über zahlreiche Besucher freuen sich die Pinselschwinger. Die Gruppe, die auch privat viel zusammen unternimmt, sei auch immer offen für neue Mitglieder. „Übrigens würden wir auch Männer nehmen. Anscheinend hatte nur bis jetzt kein Mann Lust, mitzumachen“, fügt Weihofen lachend hinzu.