Kunstaktion am Niederrhein : Kunst entlang der Radrouten an Niers und Nette

Für die Aktion „fahrART“ ist eine Vorauswahl getroffen worden. Anfang Dezember fällt die Entscheidung, welche acht Skulpturen in Nettetal, Straelen, Geldern und Kevelaer gezeigt werden.

Der Kunstwettbewerb „fahrART“ ist überregional auf sehr große Resonanz gestoßen. Mehr als 100 Künstler aus verschiedenen Ländern haben sich mit spannenden Entwürfen beworben. Der Wettbewerb rief alle Künstler dazu auf, sich mit dem Thema Landschafts- und Kulturraum an Niers und Nette („typisch Niederrhein“) auseinanderzusetzen und eine künstlerische Idee zu den vorgegebenen Orten einzureichen. Besonders viele Künstler haben sich für die Orte „Haus Bey“ in Nettetal und „Wetten“ in Kevelaer interessiert. Die eingereichten Ideen greifen neben der Agrarlandschaft unter anderem auch das christliche „Grundrauschen“ der Region auf.

Die Jury für die erste Phase des zweiteiligen Wettbewerbs, bestehend aus Ingrid Misterek-Plagge, Geschäftsführerin Kulturraum Niederrhein, und Kurator Wilko Austermann hat die Entwürfe einige Stunden diskutiert und nach klar definierten Kriterien bewertet. Und es war nicht leicht, die Auswahl zu treffen: Originelle Themen, spannende Materialien und technische Realisierung mussten bewertet werden. Für die zweite finale Phase des Wettbewerbs hat die Jury nun 48 Künstler aufgefordert, ihre Entwürfe zu konkretisieren. Anfang Dezember wird dann eine größere Jury von Kunstfachleuten die endgültige Entscheidung über die acht Skulpturen und acht Aufenthaltsräume treffen. Das vom Ausstellungs- und Kommunikationsdesigner Benedikt Grischka entworfene Logo für die Skulpturenausstellung „fahrART“ verdeutlicht durch den Schriftzug den Fokus auf die Kunst entlang der Route. Die kleinen vier Kreise mit dargestellten Fahrradspeichen betonen das Fahrrad und die vier Kommunen mit den jeweiligen Skulpturen entlang des Weges. Die Ausstellung „fahrART“ (Eröffnung im Mai 2021) zeigt Skulpturen entlang einer etwa 100 Kilometer langen Radroute zwischen Nettetal und Keve­laer, die sich am Knotenpunktsystem orientiert und die Kommunen der Leader-Region „Leistende Landschaft“ – Nettetal, Straelen, Geldern, Kevelaer – verbindet. Durch künstlerische Eingriffe sollen Aufenthalts- und Erlebnisqualitäten der Kulturlandschaft an Niers und Nette mit ihrer typischen Prägung durch Landwirtschaft und Gartenbau punktuell in Szene gesetzt werden. Die Perspektive von Kunst und Kultur wird eine neue Ebene des Zugangs zur Kultur- und Produktionslandschaft eröffnen, die zur Profilierung der Region nach außen sowie zur Netzwerkbildung und Stärkung der regionalen Identität nach Innen auffordert.

In jeder der vier Kommunen werden jeweils zwei Skulpturen und zwei Aufenthaltsorte im öffentlichen Raum entlang der Radroute realisiert (insgesamt 16 Kunstobjekte entlang der Strecke). Diese Kunstwerke sollen den Landschafts- und Kulturraum an Niers und Nette („typisch Niederrhein“) und die Bedeutung des Agrobusiness für die Region erlebbar machen. Gewünscht werden Skulpturen, die sich mit der Region, Mensch, Landschaft und Kultur auseinandersetzen. Ergänzend gibt es eine Ausstellung von acht künstlerisch gestalteten Aufenthaltsräumen, die zum Verweilen entlang der Fahrradstrecke anregen sollen.

Für die Ausführung beziehungsweise die Realisierung der geplanten acht Kunstobjekte stehen brutto 80.000 Euro (einschließlich Honorar, Montage, Transport, aller Nebenkosten und Mehrwertsteuer) zur Verfügung, das heißt etwa 10.000 Euro je Skulptur. Für die Ausgestaltung der acht geplanten Aufenthaltsräume stehen Mittel in Höhe von 32.000 Euro (einschließlich Honorar, Montage, Transport, aller Nebenkosten und Mehrwertsteuer) bereit, etwa 4000 Euro je Aufenthaltsskulptur.