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Geldern: Künstler schreibt auf mystische Weise

Geldern : Künstler schreibt auf mystische Weise

Der Walbecker Ralf Tissen hat im Gelderner Bücherkoffer sein erstes Buch über eine mystische Pilgerreise präsentiert. Er wollte damit seiner Heimat einen Blick in die Arbeit eines Künstlers gewähren.

Ein Pilger, den nicht die Suche nach Gott, sondern nach sich selbst antreibt. Ein Pilger, der sich erst nach Beendigung seiner offiziellen Reise wirklich auf den Weg begibt - über diesen Pilger berichtet der gebürtige Walbecker Ralf Tissen in seinem Debütroman "Odyssee einer Pilgerschaft - Eine mystische Erzählung". Vier Jahre lang schrieb er, eher für sich selbst, einzelne Kurzgeschichten und sammelte seine Gedanken zur künstlerischen Betrachtung des Lebensweges. Die Idee, daraus ein Buch zu machen, kam ihm, als er den Zusammenhang zwischen den einzelnen Geschichten erkannte.

Zum Inhalt: Der Tagelöhner Ramon ist ein Einzelgänger. Da er seine Gefühle konsequent auszuleben versucht und die reale Welt immer wieder hinterfragt, fällt es ihm schwer, seinen Platz in der Gesellschaft zu finden. Als er zufällig einen Pilger trifft, beschließt Ramon, sich auf den Jakobsweg zu begeben. Zwar ist er nicht religiös, doch seine Rastlosigkeit treibt ihn voran. Während seiner Wanderschaft lernt er, sich auf die wesentlichen Dinge des Lebens zu fokussieren. Auch nach seiner Ankunft in Santiago de Compostela zieht er weiter umher und entdeckt die Kunst für sich. Sie dient ihm als Sprachrohr seiner Gedanken und hilft ihm somit auch, am normalen Leben teil zu nehmen.

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Das Thema der Pilgerschaft soll unterstreichen, dass sich Ramon nicht als Künstler auf den Weg begibt, sondern diese Seite erst mit der Zeit an sich entdeckt. Der Jakobsweg sei ein vorgegebener Weg, ideal, um sich selbst dabei zu ergründen, erklärt Tissen. Doch erst nachdem Ramon diesen beendet hat, fängt der intensive Teil seiner Pilgerreise an. Nun muss er sich selbst ein Ziel setzen und seinen inneren Weg beschreiten. Der Wanderer wählt den der Kunst. Dabei lernt er, sich durch seine Werke, die Tissen als "Formen" beschreibt, auszurücken. Wie diese konkret aussehen, wird allerdings nur selten beschrieben: "Wichtig ist, wie er an einer Form arbeitet, die seine Empfindungen verkörpert, und nicht ihre Optik."

Diese "Formsprache" ist ebenso von seiner eigenen Arbeit als Bildhauer inspiriert wie auch der Prozess des Reisens selbst. Da der freischaffende Künstler keinen festen Wohnsitz hat, kennt er den Einfluss der Rastlosigkeit auf die Kunst: "Man muss äußerlich flexibel bleiben und innerlich beständig sein. Wenn man keinen Rückzugsort hat, beginnt man die Dinge anders anzugehen. Mein Buch enthält definitiv auch biografische Elemente."

Ob ein zweites folgen wird, hängt von der Nachfrage ab. Dabei interessieren Tissen weniger die Verkaufszahlen, sondern viel mehr die einzelnen Resonanzen: "Ich möchte sehen, ob das Buch den Leser auf die erhoffte Weise anregt. Er soll sich inspiriert fühlen, seinen Lebensweg zu betrachten und den Mut finden, neue Richtungen einzuschlagen."

Diese Rückmeldungen bekommt Tissen beispielsweise bei seinen Lesungen. Vergangenen Donnerstag stellte er sein Buch im Bücherkoffer in Geldern vor. Dies sei eine gute Gelegenheit gewesen, sich und seine Arbeit in der Heimat zu präsentieren, so Tissen.

Das im Januar 2013 erschienene Buch "Odyssee einer Pilgerschaft - Eine mystische Erzählung" kann für 9,80 Euro bei dem Verlag "Edition Fischer" bestellt werden.

Weitere Informationen zu Ralf Tissen und seiner schriftstellerischen Arbeit gibt es im Internet unter www.ra-arts.de.

(RP)