Wachtendonk: Kühe, Esel und Pferde starben im Feuer

Wachtendonk: Kühe, Esel und Pferde starben im Feuer

Nach dem verheerenden Brand auf einem Hof in Wachtendonk ist die Mieter-Familie bestürzt und schockiert. Ein Rätsel geben Chemikalien-Kanister am Unglücksort auf. Die Polizei sucht weiterhin nach zwei flüchtigen Männern.

Familienvater Daniel Bastians schildert, wie dramatisch das Geschehen am Mittwoch vergangener Woche war und für ihn und seine Familie auch heute noch ist. Seine Ehefrau Sabrina kam am Mittag von der Arbeit und sah das große Scheunengebäude auf dem Anwesen, das das Paar als Mieter unterhält, in Flammen stehen. "In dem Moment kam schon die Feuerwehr", erzählt Daniel Bastians. Augenblicke später habe seine Frau ihn angerufen: "Unser Hof brennt lichterloh."

Einige Hühner laufen zwischen verkohltem Holz und geschwärzten Ziegen herum. Zehn werden vermisst. Foto: Zehrfeld Sina

Die Feuerwehr konnte bei dem verheerenden Brand an der Straße Schlick in Wachtendonk an jenem Tag nur noch verhindern, dass die Flammen auf das angrenzende Wohnhaus übergriffen. Von dem beeindruckenden Scheunen-Bau sind nur noch Trümmer übrig. Die ganze Familie stehe im Schock davor, und niemand wisse im Moment, wie es weitergeht, erzählt Daniel Bastians.

Foto: Zehrfeld

Polizei und Feuerwehr hatten seinerzeit gemeldet, dass ein Tier in den Flammen umgekommen sei. Die Wahrheit sei aber viel schlimmer, erzählt Daniels Bastians: "Neun Tiere sind verendet. Vier Esel, zwei Kühe, ein großes Pferd, zwei Ponys. Die sind alle nicht mehr rausgekommen. Und Hühner, die bei uns frei herumlaufen. Wir vermissen zehn Hühner", erzählt er. "Drei Esel und zwei Lamas haben zum Glück mit Brandverletzungen überlebt." Sie würden tiermedizinisch behandelt.

Ihm, seiner Frau und den beiden Söhnen, 16 und zwei Jahre alt, gehe es miserabel: "Da schießt einen in dem Moment alles durch den Kopf. Und wir fragen uns nur: Warum?"

Er könne sich nicht erklären, wie das Feuer entstehen konnte, und auch die Polizei teile ihm nichts mit, sagt er. Die Familie versorgt auf dem Gehöft mit Wiesen und etwas Wald Tiere, die aus schlechten Verhältnissen zu ihr gebracht werden. Daniel und seine Frau Sabrina Bastians sind berufstätig, der Hof ist ihr Hobby.

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Am Tag des Unglücks hatten Zeugen zwei Männer gesehen, die von dem brennenden Hof wegliefen. Die Polizei haben ihm Bilder dieser Personen gezeigt, so Bastians, aber er kenne sie nicht. Seine Familie bewahre in der Scheune nichts Gefährliches auf, im Wesentlichen drei Traktoren und weitere Arbeitsgeräte. Niemand außer seiner Familie nutze die Gebäude. Und er halte es auch nicht für möglich, dass sich dort jemand unbemerkt eingenistet haben könnte: "Wir wohnen hier alleine auf dem Hof", sagt er.

Allerdings wurden in den Trümmern des Brandes auch die Überreste eines großen metallenen Tanks oder Kessels gefunden. Außerdem: Die verschmorten Überbleibsel von mehreren Tausend-Liter-Plastikkanistern, in denen offenbar Chemikalien waren.

Wo diese Gerätschaften herkommen und wie lange sie sich da befinden, ist vorläufig ungeklärt. Sie stehen derzeit in der Nähe des wegen Einsturzgefahr abgesperrten Scheunen-Eingangs. Auf einem der angesengten Drahtkörbe, in dem zerschmolzene Reste eines Plastikcontainers zu sehen sind, ist ein orangefarbenes Gefahrgut-Kennzeichen zu erkennen, das vor entflammbarem Material warnt.

Die Polizei bestätigt auf Anfrage, dass die Behälter ihrer Ansicht nach Chemikalien enthalten haben und dass man von einem Zusammenhang mit dem Ausbruch des Feuers ausgeht. Um was für Stoffe es geht und zu Zwecken man diese nutzen könnte, teilten die Beamten aus ermittlungstaktischen Gründen nicht mit. Das Material müsse jedenfalls "gesondert entsorgt" werden: "Die Untere Wasserbehörde, der Kreis Kleve, ist verständigt worden", so Polizeisprecher Achim Jaspers.

Die Ermittler hoffen, dass die beiden Männer, die vom Brandort geflüchtet sind, von jemandem wiedererkannt werden. Sie wollen in den nächsten Tagen mit Fahndungsbildern an die Öffentlichkeit gehen. Vorläufig habe man noch nicht festgelegt, ob die Männer als Zeugen oder als mutmaßliche Täter gesucht werden.

(RP)
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