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Kreisbrandmeister Gilles im Kreistag Bilanz zur Flutkatatstrophe

500 Helfer aus dem Kreis Kleve im Einsatz : Viel Hilfe aus dem Kreis bei der Flut

Gut 500 ehrenamtliche Helfer waren im Einsatz. Kreisbrandmeister Rainer Gilles zog zu Beginn der Sitzung des Kreistages in Straelen eine erste Bilanz.

Gut 500 ehrenamtliche Helfer aus dem Kreis Kleve der verschiedenen Organisationen von der Feuerwehr über die DLRG bis zum Technischen Hilfswerk waren in den ersten Wochen nach der Flutkatastrophe im Einsatz. So leisteten alle 16 Freiwilligen Feuerwehren im Kreis mit insgesamt 66 Löschzugeinheiten Hilfe nach dem Unwetter. Diese eindrucksvolle Bilanz stellte Kreisbrandmeister Rainer Gilles zu Beginn der Sitzung des Kreistages in Straelen vor.

Die Helfer waren bei der Überschwemmungskatastrophe massiv gefordert, zeigte sich in dem Bericht von Gilles über das Unwetter „Bernd“ und seine Auswirkungen. Dabei waren die Einsätze äußerst vielfältig. Gefragt waren neben den klassischen Löschfahrzeugen vor allem Logistikfahrzeuge mit Pumpen. Die Feuerwehr in Emmerich verfügt ein Hochleistungswasserförderungs-Modul, das in Langenfeld zum Einsatz kam. Besonders in den ersten Tagen war auch der Wasserrettungszug der DLRG mit seinen drei Booten gefragt, DRK, Malteserhilfsdienst und Johanniter waren im Einsatz, als es um die Evakuierung eines Pflegeheims in Wassenberg ging. Das Wechselladerfahrzeug der Feuerwehr Emmerich war wichtig, damit die Trinkwassernotversorgung der Mülheimer Blauröcke an die richtige Stelle kam. Und auch geländegängigen Motorräder der Feuerwehr Kranenburg wurden benötigt, um in unzugänglichen Gebieten die Übersicht zu behalten.

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Doch nicht nur vor Ort wurde geholfen. Im Kieswerk Grotendonk wurden gut 14.000 Sandsäcke befüllt. Zahlreiche Sachspenden wurden gesammelt, sortiert und in die betroffenen Gebiete gebracht oder am Airport eingelagert. In Essen gab es einen Betreuungsplatz für Bereitschaftskräfte, an dem DRK und Malteser im Einsatz waren. Und wichtig war auch, erschöpfte Kollegen aus den Leitstelle etwa in Euskirchen zu unterstützen und abzulösen. Entsprechend sprach Gilles von einer massiven Kraftanstrengung für alle Einsatzkräfte, aber auch von einem „super tollen Ergebnis“. Es habe sich gezeigt, dass der Katastrophenschutz gut aufgestellt sei, aber unbedingt die ehrenamtlichen Strukturen benötigt. Er betonte, dass bei 500 eingesetzten Kräften bisher nur für 25 Personen Verdienstausfall geltend gemacht worden sei. Gilles: „Das ist ein Zeichen dafür, dass viele Arbeitgeber die ehrenamtlichen Tätigkeiten ihrer Mitarbeiter unterstützen.“

Der Dank aller Fraktionen und der Landrätin galt den Ehrenamtlern, aber auch den Helfern, die sich allein und spontan auf den Weg in die Flutgebiete gemacht hatten. Für die CDU, die um diesen Bericht gebeten hatte, sagte Paul Düllings ergänzend, dass man die Erfahrungen weiter auswerten müsse, um zu wissen, was noch besser laufen könne.