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Kreis Kleve: Das sind die häufigsten Wintervögel

Zählung der Wintervögel : Mehr Spatzen, aber weniger Meisen

Bundesweit und auch im Kreis Kleve sind die Wintervögel gezählt worden. Der insgesamt milde Winter dürfte sich auf das Ergebnis ausgewirkt haben. Im Kreisgebiet und in NRW liegt der Haussperling auf Platz eins.

Der Haussperling bleibt der häufigste Wintervogel im Kreis Kleve und auch bundesweit. Das ergab eine Zählung im Januar. Dazu hatte der Naturschutzbund (Nabu) bundesweit aufgerufen. Die Ergebnisse im Überblick.

Wie viele Vögel wurden gezählt? Im Kreis Kleve wurden im Januar in 640 Gärten 24.500 Vögel gezählt. Das ergibt rein rechnerisch 38,28 Vögel pro Garten und damit weniger als in sechs der vergangenen zehn Jahre. Mehr Vögel waren es 2020 (42,96 pro Garten), 2018 (41,21), 2016 (38,63), 2013 (43,28), 2012 (39,87) und 2011 (43,57). Frühere Daten liegen nicht vor. Insgesamt wurden 77 Vogelarten in Gärten im Kreis Kleve gezählt.

 2. Platz im Kreis: Die Kohlmeise, die 23 Prozent weniger auftrat.
2. Platz im Kreis: Die Kohlmeise, die 23 Prozent weniger auftrat. Foto: dpa/Felix Kästle

Auch bundesweit war der Vogelreichtum insgesamt in früheren Jahren schon größer: „Die Gesamtzahl von 34,5 Vögeln pro Garten stellt den zweitniedrigsten Wert seit Beginn der Aktion im Jahr 2011 dar, zwölf Prozent weniger als im langjährigen Durchschnitt“, erklärte der Nabu-Vogelschutzexperte Lars Lachmann.

Welche Vögel wurden am häufigsten gezählt?  Im Kreis Kleve wurde kein Vogel so oft gezählt wie der Haussperling: 5935-mal, also im Durchschnitt 9,27-mal pro Garten (bezogen auf alle Gärten, in denen gezählt wurde). Die Zahlen des Haussperlings sind damit leicht gestiegen, nach Angaben des Nabu wurde ein Zuwachs von sechs Prozent gegenüber 2020 festgestellt. Auf dem zweiten Platz landete die Kohlmeise, die in den Gärten im Kreis Kleve 2546-mal gezählt wurde, das waren 3,98 pro Garten und damit 23 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Dahinter folgen die Amsel (2080, im Schnitt 3,25-mal pro Garten, plus sechs Prozent), die Blaumeise (1846-mal, 2,88-mal pro Garten, minus 27 Prozent) und der Feldsperling (1668, im Schnitt 2,61-mal pro Garten, minus zwei Prozent).

 Ein Minus von 27 Prozent gab es bei der Blaumeise, Platz vier im Kreis.
Ein Minus von 27 Prozent gab es bei der Blaumeise, Platz vier im Kreis. Foto: dpa/Patrick Pleul

Landesweit ergab sich eine ähnliche Reihenfolge: Der Spatz bleibt Nordrhein-Westfalens häufigster Wintervogel. 171.418 Haussperlinge – 5,19 pro Garten – wurden gezählt. Auf dem zweiten Platz folgte auch in ganz NRW die Kohlmeise (insgesamt: 124.695, pro Garten im Schnitt 3,77), dahinter kamen ebenfalls die Amsel (insgesamt: 100.305, pro Garten im Schnitt 3,04) und dann die Blaumeise (insgesamt 97.409, pro Garten im Schnitt 2,95). Danach folgte jedoch nicht wie im Kreis Kleve der Feldsperling, sondern die Ringeltaube (insgesamt 61.326, pro Garten im Schnitt 1,86).

Warum wurden weniger Vögel gezählt? Der Nabu stellt eine abnehmende Tendenz fest bei Arten, die auf Zuzug aus dem Norden und Osten angewiesen sind. Auch 2017, als bundesweit weniger Wintervögel gezählt wurden als 2021, „fehlten besonders die typischen Futterplatzbesucher, nämlich sämtliche Meisenarten, Kleiber, Gimpel und Kernbeißer“, erklärte Lachmann. Das seien Vogelarten, deren Winterbestände auf den Zuzug von Artgenossen aus dem Norden angewiesen seien. „Dieser Zuzug aus dem Norden ist im bis kurz vor der Zählung europaweit sehr milden Winter wohl teilweise ausgeblieben.“

Besonders niedrig seien die gemeldeten Zahlen der Blaumeise, stellte der Nabu fest. Das Minus im Vergleich zur Vorjahreszählung liege bundesweit bei knapp 20 Prozent. Die Ursache ist nach Nabu-Einschätzung nicht klar: Infrage komme fehlender Zuzug aus dem Norden oder eine Bakterien-Epidemie im Frühjahr. Außerdem beobachten die Naturschützer bei Grünfinken einen besorgniserregenden Rückgang. Das habe vor allem mit Infektionen mit tödlichen Einzellern zu tun.

Stabil oder wachsend entwickelten sich dagegen die Bestände von Arten, die im Winter standorttreu sind oder die teilweise von hier nach Süden ziehen. Je milder der Winter, desto weniger wichen Vögel in wärmere Gefilde aus.

Wie wurde gezählt? An der Zählung am zweiten Januarwochenende in diesem Jahr beteiligten sich nach Nabu-Angaben so viele Menschen wie noch nie: Mit mehr als 236.000 Teilnehmern bundesweit verzeichnet der Verband ein Plus von 65 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Angenommen wird, dass das gestiegene Interesse auch mit dem Lockdown zusammenhängt. Mit der höheren Teilnehmerzahl werde die Aktion noch aussagekräftiger, erklärte der Nabu. Die Vogelzählung soll helfen, auf lange Sicht Entwicklungen beim Vogelbestand zu erkennen. Im Kreis Kleve beteiligten sich 903 Menschen an der Vogelzählung. Das waren in etwa doppelt oder dreifach so viele wie jeweils in den vergangenen zehn Jahren. Eine Stunde lang erfassten sie alle Vögel, die sie von Wohnung, Haus oder Garten aus sehen konnten.