Kooperation von Liebfrauenschule Geldern und Pfarrei

Schulleiter und Pfarrer unterzeichnen Vertrag in Geldern Schulleiter und Pfarrer unterzeichnen Vertrag in Geldern: Liebfrauen-Berufskolleg und Pfarrei arbeiten zusammen

Kirchliche Einrichtungen müssen sich stärker vernetzen, sagt Pfarrer Arndt Thielen. Plan: Projekte mit Senioren- und Kinder-Einrichtungen und Kirchenvertreter als Schul-Gastdozenten.

Im Adelheidhaus kennt man die Schüler der Gelderner Liebfrauenschulen gut. Immer wieder gibt es Besuch von der direkt in der Nachbarschaft gelegenen Mädchen-Realschule und dem Berufskolleg, zuletzt beim großen Generationenfest im Juni. Dort haben Schüler des Kollegs Porträts der Senioren ausgestellt, verbunden mit Antworten auf die Frage „Was bedeutet für Dich Frieden?“. Unter Schirmherrschaft der Pfarrei St. Maria Magdalena hatten sich zudem das Familienzentrum „Mittendrin und Miteinander“ und die Familienbildungsstätte an dem Fest beteiligt.

Pfarrer Arndt Thielen findet jedoch: „Wir müssen als Kirche mehr lernen, die Häuser, die wir haben, zu vernetzen.“ Dazu gehört eine Kooperationsvereinbarung, die Thielen gemeinsam mit Bernd van Essen, dem Leiter des Liebfrauen-Berufskollegs, unterzeichnet hat.

Schulseelsorger Andreas Mäteling betont, dass das Miteinander zwar bereits gelebt werde, aber noch weiter ausgebaut werden könne. Durch die Zusammenarbeit könnten zum Beispiel neue Lernorte für die Schüler gefunden werden. So sind nicht nur weitere Projekte mit dem Adelheidhaus, sondern zum Beispiel auch mit den katholischen Kindergärten geplant. Zudem sollen Vertreter der Kirche im Unterricht über ihre Erfahrungen berichten.

  • Geldern : Liebfrauenschule Geldern

Kaplan Christian Olding, der als Religionslehrer am Berufskolleg tätig ist, ergänzt, dass es im Unterricht nicht nur um die reine Wissensvermittlung gehe. „Das große Potenzial der Schule ist, Menschen für ihr Leben zu prägen. Wer sich darauf einlässt, im Adelheidhaus oder im Kindergarten mitzumachen, der lässt etwas Lebensrelevantes an sich heran“, sagt er. Darüber hinaus werde in dem Berufskolleg mit einer „bemerkenswerten Qualität“ gearbeitet. Er sei immer wieder erfreut darüber, dass die Jugendlichen bei der Vorbereitung des Schulgottesdienstes so motiviert sind, dass sie sich intensiv mit dem jeweiligen Thema auseinandersetzen. Diese Prägung entfalte langfristig ihre Wirkung, sagte Judith Matern vom Bischöflichen Generalvikariat in Münster, die zur Unterzeichnung des Vertrags nach Geldern gekommen war. Immer wieder würden sich ehemalige Schüler um eine Stelle beim Bistum bewerben. „Sie berichten dann, dass die Zeit an der Liebfrauenschule ihnen etwas gegeben hat, das sie woanders nicht gefunden haben. Während der Zeit hier entstehen Strukturen, die die ehemaligen Schüler später weiter stärken.“

In dem Kooperationsvertrag sind zwar 15 Schwerpunkte genannt, konkrete Dinge werden dort aber nicht durchgehend gelistet. „Die praktische Umsetzung wird sich im Alltag ergeben“, sagt Schulleiter van Essen, Pfarrer Thielen nickt zustimmend: „Man muss die richtige Antenne dafür haben, wann eine Kooperation sinnvoll ist.“ Heinrich Verweyen als Vorsitzender des Pfarreirates jedenfalls freut sich über den Vertrag: „Auch wenn das Berufskolleg in Geldern bekannt ist, zeigt die Kooperation, dass man keine geschlossene Gemeinschaft ist, sondern offen ist und nach außen geht.“

(RP)