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Konzert im Waldfreibad Walbeck als Startschuss für bessere Zeiten

Konzert im Waldfreibad Walbeck : Endlich wieder ausgelassene Stimmung

Die Lebensfreude kehrt zurück. Die Coverband Treasure begeistert ihre Fans im Waldfreibad Walbeck. Schnell hält es die Zuhörer nicht mehr auf den Picknickdecken. Auch das Hygienekonzept sorgt für einen unbeschwerten Abend.

Es war eine spontane Idee, die vor zwei Wochen zwischen der Band Treasure, Rainer Niersmann und Benedikt May geboren wurde. Gemeinsamer Tenor: „Es wird höchste Zeit, dass es mal wieder ein Konzert vor Publikum gibt.“ Als Veranstaltungsort bot sich das Waldfreibad Walbeck an. Dort war schließlich bereits im August vergangenen Jahres der Comedian Markus Krebs aufgetreten. Ein praktikables Corona-Hygienekonzept gab es also schon. Schnell wurden die Maßnahmen besprochen, die Teams zusammengetrommelt und die Bühne aufgebaut.

Treasure-Sänger Nico Moede spricht bei der Begrüßung begeistert von der Zusammenarbeit: „Die Stadt Geldern war sehr aufgeschlossen und alles lief sehr professionell ab.“ Dann geht’s auch schon los. Die Band begeistert das Publikum schnell und zeigt gleich, was sie auf Lager hat. Lupenreine Coversongs. Ganz egal ob Deutsch-Rap oder rockige Stücke wie „Sex on fire“ von den Kings of Leon. Treasure bewegt sich auf einem hohen Niveau.

Und wie empfinden die Zuschauer den Abend nach langer Stimmungs-Abstinenz ? Wie war gleich noch einmal das Gefühl, wenn man ein Konzert besucht, bei dem man in einem Freibad auf einer Picknickdecke sitzt ? Christiane Tiebeke strahlt und bringt es auf den Punkt: „Die Stimmung ist super. Wir können nicht sitzen bleiben.“

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Viele Besucher benötigen noch eine Aufwärmphase. Zu Beginn nutzen gerade einmal drei Treasure-Fans ihre Picknickdecke als fliegenden Teppich. Doch Stück für Stück werden es immer mehr. Spätestens der Song „Zusammen“ von den Fantastischen Vier löst den Knoten. Fortan stehen die meisten Besucher auf ihren Decken und tanzen ausgelassen.

Schlagzeuger Christian Kempkens sagt in der Pause: „Am Anfang war es ein merkwürdiges Gefühl, die Leute sitzen zu sehen. Nico hat die Leute immer weiter motiviert. Und wir haben einfach unser Ding durchgezogen.“ Mit großartigem Erfolg. Je später der Abend, desto ausgelassener die Stimmung. Immer mehr Besucher wagen sich an die Bühne heran und lassen ihrer Freude tanzend freien Lauf. Nicht zuletzt auch wegen des guten Konzepts (Eintritt nur mit negativem Schnelltest, Einbahnstraßensystem an den Verkaufsständen, Abstandsregeln, Maske außerhalb der Picknickdecke) gibt’s einen unbeschwerten Abend. Der laute „Rebel Yell“ von Billy Idol holt auch die Letzten vom Boden. Es wirkt wie ein Befreiungsschrei, auf den viele Menschen so lange gewartet haben.

Daniela Szkudlarek beschreibt es so: „Bitte mehr davon. Endlich wieder Leben! Trotz der Kurzfristigkeit war es super gut.“ Auch für Sandro Janhsen erfüllt sich ein ganz besonderer Wunsch: „Wir haben den ganzen Abend auf ,Angels’ von Robbie Williams gewartet. Das war super! Endlich mal wieder draußen was zusammen machen. Ich hatte schon das Gefühl, dass man am Anfang etwas Anlauf braucht, bis man drin war. Aber dann ging es.“

So ist es auch nicht verwunderlich, dass die tanzende Menge immer wieder „Zugabe“ ruft und Trea­sure den Wunsch der Menge gerne erfüllt. Nach dem Konzert werden die Decken zusammengerollt. Mit leichtem Hüftschwung geht es langsam Richtung Ausgang. Amüsieren und Corona sind seit diesem Abend endlich keine widersprüchlichen Dinge mehr.