Konzept soll Lkw-Verkehr in Wankum ausbremsen.

Verkehrskonzept vorgestellt : Lkw-Verkehr in Wankum ausbremsen

Ideen für das Verkehrskonzept wurden vorgestellt. Situation im Ortszentrum soll verbessert werden.

Zahlreiche Beschwerden fanden über einen langen Zeitraum hinweg ihren Weg in die Briefkästen der Wachtendonker Gemeindeverwaltung. Anlass dafür ist die brisante Verkehrssituation im Wankumer Ortszentrum. Landwirtschaftliche Fahrzeuge, Lkw und Elterntaxis sorgen immer wieder für Probleme. Nun soll die Ortsmitte entlastet werden. Maßnahmen gegen Raser sowie das starke Aufkommen von Schwerverkehr, der über die Landfriedensstraße und Bröhlstraße die Ortsmitte passiert, sollen ergriffen werden. Zum Austausch über das erste Verkehrskonzept versammelten sich am Dienstag zahlreiche Wankumer Bürger auf Einladung des Bürgermeisters Hans-Josef Aengenendt in der örtlichen Gaststätte „Et Fässke“ (Draack-Beckers). Der zuständige Verkehrsplaner Hans-Rainer Runge stellte für die beiden Brandherde – Landfriedensstraße und Bröhlstraße – Konzepte vor.

Die Landfriedensstraße soll zukünftig in die Tempo-30-Zone integriert werden, damit würde man etwas gegen das von Bürgern beklagte zu schnelle Fahren unternehmen. Eine Rechts-vor-Links-Vorfahrtsregelung ist an den Einmündungen der Landfriedensstraße mit der Bröhlstraße und dem Rochusweg vorgesehen. Durch das Zeichen „301 StVO“ soll die Landfriedensstraße auch an den Einmündungen „An der Dingbank“ und Marienstraße Vorfahrt erhalten. Um das Verkehrsaufkommen im Ortszentrum zu reduzieren soll der Schwerlastverkehr – ab 3,5-Tonner – zukünftig vom Wankumer Ortskern ausgeschlossen werden. Lediglich Anlieger von der Grefrather Straße sollen weiterhin passieren dürfen. Das problematische Verkehrsaufkommen von rund 30 Pkw, die ihre Kinder morgens zur gleichen Zeit zur St.-Martin-Grundschule bringen, soll durch eine Hol- und Bringzone auf dem Dorfplatz verbessert werden.

Einige Bürger vermissen die Straelener Straße in dem vorgestellten Konzept. Dort seien in den vergangenen sechs Monaten bereits drei Unfälle, auch mit Fahrerflucht, passiert, heißt es. Schnellfahrende Lkw und landwirtschaftliche Fahrzeuge sollen die Verursacher gewesen sein. Auch hier scheint für einige Anlieger Handlungsbedarf zu bestehen. Es wurde auf der Bürgerinformationsveranstaltung heiß diskutiert. Viele Wankumer wünschen sich eine separate Zufahrt für den Schwerverkehr von der L39 zum damals „fehl geplanten“ Gewerbegebiet. „Diese Anregung ist gut“, bekennt sich der Wachtendonker Bürgermeister zu dem Vorschlag. Das Genehmigungsverfahren zum Bau einer neuen Umgehungsstraße kann im Hinblick auf die nötigen Behördengänge schon mal gut über zehn Jahre benötigen. Das bestätigte auch der Verkehrsplaner Runge. Gegenwärtig werden schnelle Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation gesucht, erklärte Aengenendt. Seitens der zuständigen Behörde (Kreises Kleve) gab es schon positive Signale bezüglich einer Umsetzung des präsentierten Verkehrskonzepts. Die Arbeiten könnten schon in einigen Monaten beginnen. Vorher dürfen Bürger noch bis zum 30. Juni schriftlich Anregungen, Beschwerden und positives Zustimmungen bei der Verwaltung einreichen. Danach wird der Planungsausschuss der Gemeinde über die Vorhaben abstimmen und schlussendlich der Rat grünes Licht geben müssen, bevor der Landrat eine Genehmigung erteilen kann.

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