Kommentar zur Sommerpause in der Kommunalpolitik

Kommentar „Unsere Woche“ : Die Ruhe vor dem Sturm

Das sind doch mal gute Nachrichten: Wenn die Realschule An der Fleuth wirklich dauerhaft auf dem Gelände der Geschwister-Scholl-Schule angesiedelt wird, dürfte es am Ende nur Gewinner geben.

Nicht nur für Schüler und Lehrer beginnen die großen Ferien. Nach dem großen Endspurt – in dieser Woche gab es noch sechs Ratssitzungen in unserer Region - verabschiedet sich auch die Kommunalpolitik in die Sommerpause. Erst im September wird es wieder ernst mit Anträgen, Debatten und Sitzungen.

Gönnen wir den Akteuren die ruhigen Wochen, denn es kommen anstrengende Zeiten auf sie zu. Im nächsten Sommer wird es nichts mit dem Luftholen, dann steht man im Wahlkampf für die Kommunalwahlen. Und die könnten, schaut man sich die Ergebnisse der Europawahlen an, so spannend wie noch nie werden. Gesicherte absolute Mehrheiten für die CDU jedenfalls gibt es auch im Kreis Kleve nicht mehr. Hält der Trend für die Grünen an, könnten sie sogar ernsthafte Bürgermeisterkandidaten ins Rennen schicken, das diesmal ohne Stichwahl entschieden wird. Die SPD muss gegen die drohende Bedeutungslosigkeit ankämpfen. Und die AfD bleibt die große Unbekannte, über deren Abschneiden auch niemand Prognosen wagen wird.

Umso spannender dürften die Weichenstellungen werden, mit denen zumindest die vorauszuschauend arbeitenden Parteien in diesem Herbst beginnen müssen. Das fängt im Kreis an, wo alle drauf warten, dass Landrat Wolfgang Spreen erklärt, ob er nochmal antritt oder – wie von den meisten erwartet – das Feld räumt. Bei den Spitzenpositionen in unseren Kommunen dürfte nicht viel Veränderung anstehen, im Focus sind Straelen und Weeze, wo am ehesten damit zur rechnen ist, dass der Amtsinhaber vielleicht nicht mehr antritt. Spannend natürlich auch Kevelaer, wo es eine politische Sensation wäre, wenn die CDU tatsächlich auf einen eigenen Kandidaten verzichtet und Dominik Pichler unterstützt.

Rückt die Wahl näher, wird sich auch die politische Arbeit verändern. Dort, wo man jetzt noch Kompromisse gemeinsam trägt, wird es zur Profilbildung mehr knappe Abstimmungen geben. Das gehört zum politischen Geschäft dazu, ist sozusagen das Salz in der Suppe. Hoffen wir aber, dass dabei die Sache, das Wohl der Kommunen und ihrer Bürger, nicht aus dem Auge verloren wird, denn zu viel Salz hat noch keiner Suppe gut getan.

Trotz alledem – genießen Sie Ihr Wochenende!

Mehr von RP ONLINE