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Kommentar zur Absage von Veranstaltungen wegen der Corona-Gefahr

Kommentar „Unsere Woche“ : Mut zu klaren Entscheidungen haben

Alles absagen? Am besten zu Hause einschließen? Was macht man in Zeiten von Corona richtig, besonders, wenn man für andere entscheidet? Und es auch ums liebe Geld geht?

In meiner Funktion als Vereinsvorsitzender geht es mir wie wohl allen, die in diesen Tagen entscheiden müssen, ob Veranstaltungen noch stattfinden sollen oder nicht. Sollen die behinderten Mitglieder meiner Lebenshilfe sich noch zum Fußballspielen, Kegeln, Tanzen oder Kochen treffen, oder lassen wir besser alle Aktivitäten ruhen? Die Diskussion in unserer Vorstands-WhatsApp-Gruppe spiegelt wahrscheinlich wider, wie überall diskutiert wird. Von „Vorsicht geht vor“ bis zu „Grippe ist doch viel gefährlicher, was soll das alles?“. Was wir in solchen Zeiten suchen, ist Führung und Orientierung. Entscheider, die Verantwortung übernehmen und nicht den Schwarzen Peter einfach mit weichen Empfehlungen weiterreichen. Insofern helfen uns die Bürgermeister sowie Landrat Wolfgang Spreen nur ansatzweise. Zwar sagen die Kommunen alle eigenen Veranstaltungen bis auf weiteres ab. Den Veranstaltern wird jedoch nur empfohlen, die allgemeinen Prinzipien der Risikoeinschätzung und aktuellen Handlungsempfehlungen des Robert-Koch-Institutes zu berücksichtigen. In erster Linie soll der Veranstalter vor Ort selbst die Entscheidung treffen. Immerhin hat das Land am Nachmittag gehandelt und die Schließung der Schulen verkündet. Was ist mit den Behindertenwerkstätten? Ich bin noch keinen Schritt weiter. Dabei geht es bei uns im Verein zumindest nicht um Geld. Andere Absagen haben weitreichende wirtschaftliche Folgen, was den Schritt noch schwerer macht. Mein Respekt gilt allen, die das in dieser Woche trotz dieser schmerzlichen Folgen durchgezogen haben. Ich jedenfalls werde mir den Appell des Landrats und aller Bürgermeister zu Herzen nehmen: „Jeder sollte jetzt besonders verantwortungsvoll und rücksichtsvoll handeln.“ Und die Kanzlerin hat es noch stärker formuliert: „Wo immer möglich auf Sozialkontakte zu verzichten!“ Also sage ich unsere Gruppen ab. Oder ich empfehle es den Gruppenleitern. Sollen die doch entscheiden...
Bleiben Sie gesund!