Kommentar zum Streit um die Ansiedlung eines Unternehmens in Lüllingen

Kommentar „Unsere Woche“ : Ein tiefer Riss zieht sich durch Lüllingen

In Lüllingen geht es längst nicht mehr nur um ein Großprojekt. Der Dorffrieden ist in Gefahr. Wer nimmt das Heft in die Hand?

Mit den Osterferien ist ein wenig Ruhe in die großen politischen Debatten eingekehrt. Das tut sicherlich gut. Mit frischer Energie sollten dann bis zur Sommerpause die wichtigen Themen vom Tisch gebracht werden. Denn nach der Europawahl dürfte der Blick immer stärker auf die Vorbereitung der Kommunalwahlen fallen. Und Wahlkampfstimmung hilft selten, vernünftige Entscheidungen zu treffen und Kompromisse zu suchen.

Während es im Fall Nieukerk nun wirklich endlich eine Entscheidung in Sachen Bebauungsplan Paeschensdyck geben dürfte, scheint es in Lüllingen in Sachen neuer großer Logistikbetrieb tiefe Wunden zu geben. Auch wenn wenig aus dem Dorf dringt, wurde es mir so in den vergangenen Tagen in einigen intensiven Gesprächen geschildert. Unabhängig von der unsäglichen anonyme E-Mail (zu der mittlerweile auch Verschwörungstheorien kursieren) gibt in der Sache dringenden Gesprächsbedarf. Ob es da hilfreich ist, dass Landgard als Unternehmen, das eigene Interessen hat, zur Informationsveranstaltung einlädt, mag bezweifelt werden. Informationen sind sicherlich nie verkehrt, aber bei so viel Emotion wäre vermutlich ein neutrales Forum wünschenswert. Bürgermeister Sven Kaiser und der Ortsbürgermeister Kurt Münster sind hier gefordert. Der Dorffrieden ist ein hohes Gut, das man nicht leichtfertig aufs Spiel setzen sollte. Und dass die Verkehrsbelastung heute schon grenzwertig ist, wird auch niemand bestreiten.

Trotz alledem – genießen Sie das lange Wochenende und den Sonnenschein. Frohe Ostern!

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