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Kommentar zu Schule und Nostalgie im Gelderland

Schule und Zeitreise : Zwischen Nostalgie und Politikfrust

Seit 75 Jahren gibt es die Rheinische Post auch im Gelderland. Manche Dinge wiederholen sich im Laufe der Jahre leider, wie die Diskussionen um die Schulen. Über die Schullaufbahn entscheidet für einige Kinder das Losglück.

Es ist ein Tag, an dem man ruhig nostalgisch werden darf. Seit 75 Jahren begleitet die Rheinische Post das politische und gesellschaftliche Leben im Kreis Kleve. Und da der Autor dieser Zeilen seit gut 40 Jahren seinen Teil zur Lokalberichterstattung am Niederrhein beisteuern darf, ist es schon ein besonderer Moment der Rückschau. Ich bin dankbar, dass ich noch einige Jahre in Geldern mit dem RP-Mann der ersten Stunde arbeiten durfte. Dr. Wilhelm Cuypers arbeitete von der allerersten gedruckten Zeile an in Geldern. Bis 1966 blieb er Redaktionsleiter in Geldern, wurde dann zum Chef einer ersten Bezirksredaktion ernannt und ging 1977 in den Ruhestand. Fast, denn der Ziehvater der heute noch existierenden „Niederrheinischen Blätter“ unterstützte uns als „der Kulturpapst vom Niederrhein“ weiter mit seinen Texten, bis er am 14. Februar 2000 starb.

75 Jahre Lokaljournalismus in Geldern, das sind immer wieder neue spannende Themen und Menschen, aber auch Dinge, die sich immer wiederholen. So könnte ich zum traurigen Kapitel „Gelderner Schulpolitik“ an dieser Stelle meine Kommentare der Vorjahre schlichtweg erneut abdrucken, da sich leider nichts zum Guten verändert hat. Nimmt man die FDP aus, setzt sich keine Kraft im Rat für die freie Schulwahl ein und ist bereit, Entscheidungen von Kindern und Eltern zu akzeptieren. Auch Bürgermeister Sven Kaiser, der im Vorjahr zumindest einmal äußerst trickreich für die Kinder kämpfte, lässt sie nun wieder im Stich. 30 Kinder, die gern die Realschule besucht hätten, bezahlen den Preis dafür.

Dass wir heute in unserer Serie über Verschwunden Gaststätten an Jochen Lietzow und die „Regina Bar“ und das „Litfaß“ erinnern, passt perfekt in diese Ausgabe. Gern traf sich dort noch das Team von Schaffrath, wenn die Rheinische Post gedruckt war. Ein „Feierabendbier“, die Älteren erinnern sich, das war früher und vor Corona der perfekte Abschluss des Arbeitstages.

Dirk

Möwius

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