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Kommentar Unsere Woche zu Einzelhandel und Gastronomie in Corona-Zeiten

Kommentar Unsere Woche : Ein schwieriger Spagat für unseren Einzelhandel

Wie es nach Corona in unseren Innenstädten aussieht, entscheiden wir jetzt mit unserem Einkaufsverhalten. Handel und Gastronomie bieten viele innovative Ideen. Nur gemeinsam kommen wir gut durch die Krise, mit viel Rücksicht, aber auch gezielter Unterstützung

Jetzt platzen dem gebeutelten Einzelhandel auch die letzten Sonderveranstaltungen weg. Kein Moonlight-Shopping in Nieukerk, kein Verkaufsoffener Sonntag in Geldern. Was nichts mit der gerichtlichen Absage an die vom Land vorgesehenen, aber wenig durchdachten Sonderöffnungen wegen Corona zu tun hat. Ohne „Heiß auf Eis“ gibt auch an diesem traditionellen Termin kein Event, das einen Verkauf am Sonntag begründen könnte.

Es ist ein schwieriger Spagat für den Handel. Zum einen möchte und muss man die Weihnachtszeit nutzen, um ein schwieriges Jahr noch einigermaßen zu retten. Zum anderen gilt natürlich auch für den Einkauf: so wenig Kontakt wie irgendwie möglich, damit das Virus keine Chance hat.

Ein Widerspruch in sich. Trotzdem gilt auch: In unseren Städten und Gemeinden lässt es sich bestimmt entspannter einkaufen als in den großen Einkaufszentren und den zu Weihnachten überlaufenen Großstädten. Die Wege sind kurz, die stressige Parkplatzsuche fällt weg. Und dass man in unserem Fachhandel nicht das Passende findet, ist eher unwahrscheinlich. Zudem sind die Händler natürlich gefordert, mit viel Service wie Terminvereinbarungen und Lieferung perfekt verpackter Geschenke nach Hause zu punkten. Und dann kann man dank der Weihnachtsverlosungen auch noch etwas gewinnen. Dass der Online-Einkauf für jeden tabu ist, der auch in den nächsten Jahren noch funktionierende Innenstädte vor der eigenen Haustür haben will, ist ja sowieso selbstverständlich.

Das gilt auch für die Unterstützung der noch schwerer betroffenen Gastronomie. Auch da gibt es viele innovative Ideen vom Kochabend per Videokonferenz über die Brunchboxen für den gemütlichen Sonntag zuhause bis zum Weihnachtsmenü, das sich ganz leicht zuhause erwärmen lässt. Oder das gezapfte Bier in der Großflasche für den heimischen Kühlschrank. Das Angebot zum Mitnehmen ist mittlerweile gewaltig. Auch hier liegt es an uns allen, davon reichlich Gebrauch zu machen.

Es gilt weiterhin: Nur gemeinsam kommen wir durch die Krise, mit viel Rücksicht, aber auch gezielter Unterstützung. Bleiben Sie gesund!

Dirk

Möwius

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