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Kommentar „Unsere Woche“: Der Gesamtschule Geldern einen Bärendienst erwiesen

Kommentar „Unsere Woche“ : Der Gesamtschule Geldern einen Bärendienst erwiesen

Das hat die Gesamtschule Geldern nicht verdient: SPD und Grüne glauben nicht an sie, trauen ihr ein Überleben am freien Markt nicht zu. Das ist ein Schlag ins Gesicht des engagierten Schulteams.

Es war ein schwarzer Tag für Geldern. Für die Kinder und Eltern der Stadt, denen ein Teil der Politik deutlich signalisiert, dass man nicht bereit ist, auf ihre Wünsche und Interessen Rücksicht zu nehmen. Aber auch für die junge Gesamtschule, der SPD und Grüne deutlich ihr tiefes Misstrauen aussprachen. Und für Geldern an sich. Früher Kreisstadt und voller Stolz Schulstadt. Nun wird im Rat gesagt, dass man Kinder aus Nachbarstädten hier eigentlich nicht unterrichten wolle.

Wer am Donnerstag gegen die Überhangsklasse gestimmt hat, ist der festen Überzeugung, dass die Gesamtschule am freien Markt nicht überleben kann. Nur wenn man Eltern gegen ihren Willen zwinge, ihre Kinder dort anzumelden, habe die Schule eine Zukunft. Das ist ein Schlag ins Gesicht von Tanja Rathmer-Naundorf und ihrem engagierten Team. Auch ein Rückschlag für alle Kräfte in der Stadt, die mit großen Investitionen und schnellen Bauprojekten der Schule helfen, sich attraktiv darzustellen. Man darf auch nicht übersehen, dass keine andere Schule in Geldern auch in diesem Jahr so viele Anmeldungen bekam, also dass die Eltern die Gesamtschule wollen. 125 Anmeldungen sind ein Riesenerfolg, der nun durch die massive Rufschädigung der Gesamtschule zunichte gemacht worden ist. Wenn SPD und Grüne solche Zweifel an der Gesamtschule haben, warum sollte man dort noch sein Kind anmelden?

Nun darf man nicht vergessen, dass auch die CDU vor einem Jahr noch glaubte, man sollte Elternwünsche ignorieren und lieber wie früher in der DDR planwirtschaftlich die Schülerströme lenken. Diese Irrlichterei scheint zum Glück überwunden. Doch was reitet SPD und Grüne? Ging es nur um einen Sieg gegenüber Sven Kaiser? Sah man die Chance für eine Attacke kurz vor der Kommunalwahl? Das ist gelungen, aber zu einem hohen Preis. Kaiser dürfte als Kämpfer für Elterninteressen im Ansehen nur gewonnen haben. In seinen ersten Jahren im Amt agierte er bei Schulthemen ja nicht so glücklich und entschlossen wie jetzt.

Das Traurigste in der Sitzung: Viele machten sich für die Gesamtschule als Institution stark. Keinem waren die Kinder wichtig.

Genießen Sie Ihr Wochenende!