Kommentar: Die Zahlen in Gelderns Mietspiegel sind von der Realität weit entfernt.

Kommentar „Unsere Woche“ : Warum Geldern einen neuen Mietspiegel braucht

Eine gute Idee: Die GWS sucht in der Innenstadt nach Häusern oder Hinterhöfen, in denen neuer Wohnraum entstehen kann.

Nur mit Neubauprojekten, da hat Paul Düllings von der Wohnungsbaugenossenschaft Geldern (GWS) ohne Zweifel recht, wird sich der Mangel an Wohnraum nicht lösen lassen. Zum einen fehlen in den meisten Kommunen schlichtweg die Flächen, zum anderen ist das Bauen so teuer geworden, dass Investoren verständlicherweise lieber auf die senioren-gerechte Komfortwohnung setzen als auf das preisgünstige Angebot. Denn auch wer günstigen Wohnraum schaffen will, muss allen Vorschriften Genüge tun und für die Gewerke die aktuellen Preise bezahlen. Das schlägt sich auf die Miete nieder.

Es gilt also, mit offenen Augen durch die Städte zu gehen und zu schauen, wo noch Potenzial ist. Das können Dachgeschosse sein, das können große Hinterhöfe und Gärten sein, das können natürlich auch Geschäftshäuser oder Büroräume sein, die nicht mehr genutzt werden. Gerade kleinere Wohnungen lassen sich so schaffen.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass auch diese Wohnungen heute deutlich mehr Geld kosten als vor einiger Zeit. Der Markt bestimmt die Preise. Geldern braucht deshalb dringend einen neuen Mietspiegel, der den Namen auch verdient und ein realistisches Bild zeichnet. Das aktuelle Exemplar, in dem die Kaltmieten von 5,10 Euro bis maximal 7,35 Euro reichen, ist Schnee von gestern und gehört ins Altpapier.

Trotz alledem — genießen Sie Ihr Wochenende!

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