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Wachtendonk: Kindergarten für geliebte Vierbeiner

Wachtendonk : Kindergarten für geliebte Vierbeiner

In der Hundepension "Tierreich" nimmt Patricia Keipert gerne auch Tagesgäste auf. Damit ist ihr Angebot einzigartig im weiteren Umkreis. Den Tieren stehen unter anderem eine Spielwiese mit Sandkasten und ein Teich zur Verfügung.

Das ist eine große Erleichterung für berufstätige Väter und Mütter, wenn sie ihren Nachwuchs tagsüber in einem Kindergarten wohlbehütet wissen. Doch was mache ich kurzfrustig mal mit meinem geliebten Vierbeiner? Hundepensionen, in denen der beste Freund des Menschen während einer längeren Urlaubszeit abgegeben werden kann, gibt es einige im Gelderland. Doch was ist mal mit einem einzigen Tag oder regelmäßig nur ein Tag in der Woche? In diese Marktlücke stieß Patricia Keipert mit ihrer Hundetagesstätte, auch Kindergarten genannt.

Die heute 32-jährige, gebürtige Geldernerin hat eigentlich Mediengestalterin gelernt. "Doch dann habe ich erkannt, dass die reine Büroarbeit nicht so das Richtige für mich ist", erzählt die Fachfrau. Sie sei lieber viel an der frischen Luft und mit Tieren zusammen. Die Grundlage für das neue Betätigungsfeld war gelegt.

Sie schulte um und ließ sich zur Tierheilpraktikerin und Hundetrainerin ausbilden. "Außerdem bilde ich mich ständig in Seminaren zum Beispiel zu den Themen Tierhaltung und -psychologie weiter. So können meine Kunden erkennen, dass ich mir im Klaren darüber bin, was ich tue und wovon ich spreche", berichtet die Hundefreundin.

  • Ein Sandkasten (Symbolbild).
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"Mit einem kurzen Schweifwedeln kann ein Hund mehr Gefühle ausdrücken, als mancher Mensch mit stundenlangem Gerede." Dieses Zitat von Louis Armstrong macht deutlich, in welche Richtung Patricia Keipert denkt. Das wird auch durch die Ausstattung ihrer Hundetagesstätte beziehungsweise -pension deutlich. Bis zu 15 Hunde darf sie laut Genehmigung des Veterinäramtes aufnehmen. In diesen Tagen, während der Herbstferien, ist sie komplett ausgebucht.

Die Geldernerin nimmt auf ihrem Hof in Wachtendonk, den sie im Mai 2011 kaufte, alle Rassen auf. Ihr Rüde "Loui" (ein Mischling aus Großer Münsterländer, Labrador und Berner Sennenhund) ist mit dafür verantwortlich, welche Artgenossen aufgenommen werden. "Wenn er sich schon als friedliebender ,Bär' nicht mit anderen verträgt und angeknurrt wird, nehme ich den Neuling nicht", erklärt die Tierpsychologin. Ähnliches gelte für die Besitzer, wenn sie ihr nicht passen. Die Kunden kommen aus einem Umkreis von etwa zehn bis 15 Kilometern.

Die Tiere sollen sich nämlich nicht nur in ihren hübschen Zimmern aufhalten, die auch noch mit Fußbodenheizung ausgestattet sind. Denn zum Spielen und Toben der Rudeltiere steht eine Auslauffläche von etwa 2000 Quadratmetern zur Verfügung. Darauf gibt es einen Sandkasten, Spielgeräte und einen Teich mit ständig frischem Wasser. Dort müssen sich die Hunde eben vertragen. Sollte es mehrere Tage hintereinander nur regnen, steht den Vierbeinern auch noch eine kleine Scheune als Auslauf zu Verfügung, feinsäuberlich mit Sand ausgestreut. Für Bewegung sorgen auch ausgiebige Spaziergänge durch die benachbarten Felder und Wiesen.

Die Preise sind unterschiedlich. Beispiele: Werden die Hunde mehrfach im Monat untergebracht, kostet der Tag zehn Euro, bei geringerer Nutzung 18 Euro. Trainingseinheiten oder Gassi-Runden kosten extra. Weitere Preise können bei Patricia Keipert (Info-Kasten) erfragt werden. Die Besitzer sollten das gewohnte Futter der Tiere mitbringen. "Denn es ist immer besser, wenn sie ihr gewohntes Fressen bekommen, da sonst unter anderem Durchfall droht", sagt die Besitzerin. Auch Allergien seien bei Hunden in jüngster Zeit verstärkt aufgetreten.

(RP)