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Keunecke übernimmt Betattungen Hanings aus Issum

Das alte Team bleibt : Keunecke übernimmt Bestattungen Hanings in Issum

Das alte Team bleibt erhalten, Name und Leitung ändern sich. Keunecke hat weitere Standorte in Wesel, Emmerich und Geldern. Im Vordergrund steht die individuelle Beratung.

Am Haus Nummer 4 am Markt in Issum wird sich einiges ändern. Demnächst steht dort nicht mehr „Bestattungen Hanings“ sondern „Hanings-Keunecke“. Michael Keunecke, der mit seiner Mutter das Bestattungsunternehmen in Wesel führt, 2014 Spolders in Geldern und 2017 Wienemann in Emmerich übernahm, wird nun auch in Issum heimisch und erfüllt damit den Wunsch von Reinhold Wiemeyer. Der hatte das Unternehmen Hanings von seiner Schwiegermutter Marga Hanings übernommen. Er werde in diesem Jahr 70, sagt Wiemeyer, warum es für ihn dran ist, das Traditionsunternehmen in jüngere Hände zu geben. Das bisherige Team bleibt den Issumern erhalten. Wiemeyer hat versprochen noch ein Jahr (maximal, denn dann ist er schon ein bisschen älter als nur 70) weiterzuarbeiten. Tino Weiser und Johanna Oberhoff sind weiterhin als bekannte Gesichter für die Issumer da. Wiemeyer spricht von einer guten Lösung. Keunecke wiederum freut es, einen so alt eingesessenen Betrieb weiterzuführen.

Ursprünglich war Bestattungen Hanings auf der Kapellener Straße 21 zu finden, erinnert sich Wiemeyer. Im Innenhof gebe es einen Stein, der auf die Gründung 1839 hinweist. Ursprünglich war Hanings eine Tischlerei, aber irgendwann, weil Särge nun einmal aus Holz sind, kam das mit den Bestattungen dazu. Als sein Schwiegervater Ernst Hanings starb, sei er der Mann gewesen, der „mal eben“ mit angepackt habe, sagt Wiemeyer und erklärt, wie er in die Welt der Bestattungen reinrutschte.

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Bei Michael Keunecke kann man durchaus davon sprechen, dass ihm der Beruf in die Wiege gelegt wurde. Als er elf oder zwölf Jahre alt war, habe ihn sein Vater das erste Mal mitgenommen und einen Einblick in die Arbeit des Bestatters gewährt. „Mir war schnell klar, das ist eine Herzensangelegenheit“, sagt Keunecke, der das Familienunternehmen nach dem Tod des Vaters mit seiner Mutter Margit gemeinsam leitet. Bei allen Herausforderungen, dem Thema Tod, der Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit, sieht er den Beruf vor allem als Chance, den Menschen in der vielleicht schwierigsten Situation ihres Lebens zur Seite zu stehen. Die wichtigste Voraussetzung neben Empathie: flexibel sein.

Viel habe sich geändert, nicht nur, dass die traditionelle Erdbestattung zahlenmäßig längst von der Feuerbestattung überholt wurde. Die Trauerfeiern sind individueller geworden, persönlicher. Keunecke berichtet von einer Feier, bei der der Sarg im Garten aufgestellt wurde, es lief schöne Musik und die Menschen konnten dort in aller Ruhe Abschied nehmen. „Es spielt sich fast alles auf dem Friedhof ab, aber was ganz anderes geht eben auch“, sagt er. Da ist zum Beispiel die Möglichkeit die Asche durch Ballone in den Himmel transportieren zu lassen, auf niederländischer Seite, aber hier vor Ort organisiert. Wiemeyer nickt. Er kennt das, die individuelle Wünsche, die auf den Verstorbenen zugeschnitten sind.

Ein weiteres wichtiges Thema sei die Vorsorge, betont Keunecke. Auch da wollen er und sein Team schon vor einem Todesfall beratend zur Seite stehen. Geld kann für die eigene Beerdigung treuhänderisch hinterlegt werden, damit die Verwandten im Falle eines Falles sich über die Kosten für die Bestattung keine Gedanken machen müssen. Und ergänzend zu dem persönlichen Kontakt werde es auch digitale Angebote geben, um Familien zu begleiten.

Anders als in anderen Berufen könne er sich über mangelndes Interesse von Nachwuchskräften nicht beschweren. „Wir sind ein Ausbildungsbetrieb“, sagt Keunecke, und er ist froh auf ein junges Team und auf erfahrene Kräfte gleichermaßen zählen zu können. Mit der Übernahme von Hanings stehe den Issumern auch die Möglichkeit offen, das Trauerhaus von Spolders-Keunecke in Geldern zu nutzen mit seinen Abschiedräumen, so Keunecke.