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Kerken: "Kerkener Kunststrom" - Ort bekommt Farbe

Kerken : "Kerkener Kunststrom" - Ort bekommt Farbe

Mehr als 30 Stromkästen seit dem Wochenende mit Bildern verziert. Großes Interesse und Begeisterung bei den Teilnehmern. Die Fortsetzung des Projekts im nächsten Jahr ist noch offen.

Ein Ort wie aus dem Bilderbuch. Dass an diesem Satz etwas dran ist, kann seit dem Wochenende mit einer Tour durch Kerken bewiesen werden. Denn mehr als 30 RWE-Stromkästen der drei Ortschaften ziehen seitdem mit farbenfrohen Bildern die Blicke auf sich.

Ursache für die ungewöhnliche Verschönerung ist das Projekt "Kerkener Kunststrom", eine Aktion der Gemeinde Kerken und der Wirtschaftsförderung. Unter der Koordination von Wirtschaftsförderin Nicole Thissen und Kathrin Schug wurde binnen eines halben Jahres das Projekt mitsamt Infoveranstaltung auf die Beine gestellt. Das Interesse war groß: Statt ursprünglich geplanter 20 Kästen wurde das Projekt auf 32 Stromkästen erweitert.

Einen davon bemalte Marion Jansen vom "Kreativen Haus" in Nieukerk an der Krefelder Straße. Das Motiv "Leuchtturm /Katzenauge" habe sie in Absprache mit dem Ladenbesitzer gegenüber gewählt, "weil er ja jeden Tag drauf gucken wird". Die Freiheit, mit der die verschiedenen Künstler ihr Motiv wählen durften, nutzte auch der Nieukerker Männergesangverein, der am Webermarkt unter dem Motto "Sing mal wieder" einen Männerchor in Aktion an den Stromkasten zauberte. Am Dionysiusplatz verewigten sich die Kinder der KiTa "Rumpelstilzchen", indem sie einen Baum mit ihren Handabdrücken als Blätter malten.

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Für Fernweh sorgte die 14-jährige Eliza Kermel an der Nordstraße. Sie verschönerte den ihr zugeteilten Stromkasten mit einem "Sonnenuntergang in der Savanne". Schon öfter habe sie dieses Motiv gemalt und freue sich nun, "das einfach mal auszuprobieren und damit auch noch was Gutes für den Ort und die Allgemeinheit machen zu können".

Auch in Aldekerk wurde an die Gemeinde gedacht. So wählten Alexandra Pakulat und ihr Sohn mit "Wiesen, Häuser und Bäume in Kerken" ein Motiv für das Stromhaus am Pannepad, das jedem Niederrheiner vertraut sein dürfte. Sie hat sich sofort beworben, als sie von dem Projekt hörte, und war von der Umsetzung hellauf begeistert. Ein paar Straßen weiter entstand am Rahmer Kirchweg unter der Hand von Leonie Kutzek eine Monsterwand. Die Idee zu der Malerei entwickelte die 15-Jährige gemeinsam mit ihrer Familie. Sonst eher auf Kreide spezialisiert, konnte sie gut mit den von der Gemeinde gestellten Farben arbeiten.

Kathrin Schug, die die Inspiration zu dem Projekt aus dem Ruhrgebiet mitbrachte, versorgte gemeinsam mit Nicole Thissen im "Farbnotdienst" die Künstler mit Farbe. Die Begeisterung, mit der Vereine, Schulen, KiTas und Einzelkünstler ans Werk gingen, fiel auch ihr auf. Ob es im nächsten Jahr eine Neuauflage des "Kunststroms" geben wird, will sie nicht versprechen. Sie wartet erst das Feedback der Einwohner ab. Platz für eine Ausweitung des Bilderbuches böten die noch 70 freien Stromkästen allemal.

(akla)