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Kerken trifft Vorsichtsmaßnahmen in der Kirche wegen Corona-Virus

Kirche und Coronavirus : Corona-Angst erreicht die Kirchen

Das grassierende Coronavirus macht auch vor dem geistlichen Leben nicht halt. In der Gemeinde St. Dionysius Kerken gelten Vorsichtsmaßnahmen, die sich auf die Gottesdienste auswirken. Eine Künstlerin greift das Thema satirisch auf.

Friedensgruß, Weihwasser, auf einiges müssen die Kerkener Katholiken in Zeiten des Coronavirus verzichten. Die Kirchengemeinde St. Dionysius Kerken hat einen Maßnahmenkatalog veröffentlicht, der bis auf Widerruf gilt, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Die sieben Punkte sind:

1. Weihwasserbecken werden vorübergehend entleert.

2. Priester, Kommunionhelfer und Messdiener, die in Berührung mit Hostienschale und Kelch kommen, waschen sich in der Sakristei vor Beginn der Messe die Hände (auch dann, wenn sie dies bereits zu Hause getan haben).

3. Bei der Kommunion wird die Hostie nur noch in die Hand und nicht in den Mund gelegt.

4. Bei der Kelchkommunion trinkt nur der zelebrierende Priester den Kelch aus. Alle anderen, die die Kelchkommunion empfangen (Kommunionhelfer, Messdienerleiter), tun dies durch Eintauchen der Hostie in den Kelch. Falls die Epidemiegefahr bis dahin noch besteht, gilt diese Regelung auch für die Abendmahlsfeier am Gründonnerstag.

5. Beim Friedensgruß entfällt das Händeschütteln, statt dessen erfolgt als Geste eine kurze Verneigung mit gefalteten Händen. Dies gilt auch für alle Dienste am Altar.

6. Es entfällt die Verabschiedung mit Händeschütteln durch den Priester nach der Messe.

7. Wer Symptome einer Erkrankung aufweist oder bei wem der Verdacht auf Erkrankung besteht, soll so lange auf die Teilnahme am Gottesdienst verzichten und auch keinen liturgischen Dienst ausüben (Priester, Leiter von Wortgottesfeiern, Messdiener, Kommunionhelfer). Pfarrer Christian Stenz war eine klare Formulierung wichtig.

Vom Bistum habe es Empfehlungen gegeben, sagt Stenz. In der Pfarrei habe man sich besprochen und es konkret für die Pfarrei in Kerken geregelt. Vergangenen Sonntag habe er die sieben Punkte in den Gottesdiensten vorgelesen. Die Reaktionen darauf waren durchweg positiv. „Die Leute verstehen das auch und finden es gut, dass man sich Gedanken macht.“

Besonders beeindruckt hat ihn die Reaktion einer älteren Dame, die sich in Reimform dafür bedankt hat, dass man sich so um ihre Gesundheit sorge. Außerdem machte sie den eher scherzhaften Vorschlag, die Klingelbeutel mit den langen Stangen wieder zum Einsatz zu bringen statt eines Körbchens für die Kollekte einzusetzen. „Die Gottesdienste gibt es wie bisher“, sagt Stenz. Und auch die Krankenkommunion. Passend zur Situation hat die Kerkener Künstlerin Alex Bons auf der Zeichnung für die nächste Ausgabe des Heimatblatts den drei Kirchtürmen in Aldekerk, Stenden und Nieukerk einen Mundschutz verpasst. „Die Türmchen finden immer wieder mal in unterschiedlichen Themen den Weg in meine Zeichnungen fürs Heimatblatt“, sagt die Künstlerin, die in Obereyll lebt. Der Angst die Spitze nehmen, das erhofft sie sich von ihren satirischen Zeichnungen. Außerdem hätte sie mit dem Coronavirus als Thema nicht aktueller sein können.