Verzweifelte Bewohner in Kerken „Wir haben bis heute jeden Tag Wasser im Keller“

Kerken · Seit Dezember dringt in viele Keller in der Gemeinde Kerken Wasser ein, entweder durch die Bodenplatte oder Bodenwanne. Eine Versicherung gibt es nicht, die Bewohner sind verzweifelt.

 Nasssauger und Raumentfeuchter sind aktuell in vielen Kellern in Kerken im Dauereinsatz.

Nasssauger und Raumentfeuchter sind aktuell in vielen Kellern in Kerken im Dauereinsatz.

Foto: Norbert Prümen

Jede Nacht klingelt etwa um 1 Uhr der Wecker von Mellis Grazyna. Die Nieukerkerin steht dann auf, geht in ihren Keller. Sie guckt auf das Gerät, das dort die Luftfeuchtigkeit misst, meistens zeigt es aktuell über 80 Prozent an. Dann nimmt sie die Handtücher, alle pitschnass, die sie an die Wand ihres Kellers gelegt hat und wechselt sie gegen neue Handtücher aus. Grazyna hat Wasser im Keller, es findet seinen Wag durch die Wände, verfärbt diese, sorgt für Schimmel. Seit mehreren Monaten vergeht kein Tag, an dem sie sich nicht um ihren Keller kümmern muss. Sie hat einen Luftentfeuchter gekauft, der viel Strom verbraucht und das Wasser aus dem Raum zieht, dazu Dutzende neue Handtücher. Sie kann ihren Keller nicht mehr nutzen, ihre Wäscher schmeißt sie jetzt in den Trockner. Sie hat Angst, dass es so weiter geht, dass der Schimmel sich weiter durch das Haus frisst. „Ich bin verzweifelt“, sagt Grazyna.