Kerken: Großbrand in ehemaliger Flüchtlingsunterkunft Via Stenden

Ehemalige Flüchtlingsunterkunft in Kerken : Tagungshotel „Via Stenden“ brennt ab

Der Verwaltungstrakt des leerstehenden früheren Tagungshotels brannte in der Nacht zu Sonntag lichterloh. Vandalismusschäden erschwerten die Löscharbeiten.

Der Großbrand der einsam im Wald gelegenen „Via Stenden“ wurde durch Zufall entdeckt. Passanten kamen um drei Uhr früh von einer Geburtstagsfeier in St. Hubert und waren in Richtung Stenden unterwegs. Sie bemerkten die „massive Rauchentwicklung“ und wählten den Notruf.

Das Gebäude war früher Tagungshotel, bis Sommer 2016 eine Flüchtlingsunterkunft und befand sich seitdem im Zustand zunehmenden Verfalls. Um 3.08 Uhr wurden die Einsatzkräfte der Kerkener Wehr alarmiert.

„Was wir um kurz nach drei Uhr vorgefunden haben, war der Vollbrand des alten Verwaltungstrakt-Gebäudes“, beschreibt Oliver Käfer, Leiter der Feuerwehr Kerken, die Situation in der Nacht. „Wir konnten von der B9 aus schon Rauchentwicklung und Flammen sehen.“

Der ehemalige Verwaltungstrakt des Gebäudes brannte lichterloh. Foto: Feuerwehr Kerken

Fensterscheiben fehlten schon vor dem Feuer

Die Löscharbeiten waren aufwändig, das etwa 600 Quadratmeter große Flachdachgebäude brannte lichterloh. Zusätzlich erschwert wurden die Bedingungen durch den maroden Zustand der „Via Stenden“. Die Feuerwehr konnte zwar mit großen Anstrengungen verhindern, dass die Flammen auf andere Gebäudeteile übergriffen. Aber das war „aufgrund von massiven Vandalismus-Schäden, weil das Gebäude so lange leerstand, nicht ganz einfach“, erklärt Wehrleiter Oliver Käfer. So sind an der gesamten Immobilie beispielsweise reihenweise Fenster zerstört. Im Fall eines Brandes hat das deutliche Auswirkungen: Hitze und Rauch können sich dadurch schnell und gründlich verteilen. „Das kann man sich vorstellen wie bei einem Kamin“, so Käfer.

Feuerwehr fand keine Personen in dem Gebäude

Allerdings habe es keine Gefahr gegeben, dass es zu einem Waldbrand kommen könnte. Und auch Menschenleben waren nicht gefährdet, weder bei den Einsatzkräften, noch wurden andere Personen angetroffen. Das allerdings war keineswegs selbstverständlich, denn der Bau in einsamer Lage ist durch die Zerstörungen leicht zugänglich. Man habe nicht wissen können, ob Menschen irgendwo in dem Komplex seien oder nicht, „aber wir haben keinen vorgefunden“, stellt Oliver Käfer fest.

Insgesamt waren rund 60 Einsatzkräfte aus Kerken an den Löscharbeiten beteiligt, die Brandbekämpfer mussten unter Atemschutz arbeiten. Sie forderten zudem Unterstützung aus Tönisberg und Rheurdt sowie zusätzliche Atemschutz-Ausrüstung des Kreises Kleve an. Damit die Gemeinde Kerken währenddessen nicht ohne Schutz dastünde, wurde der Löschzug Schaephuysen gemeinsam mit Rheurdter Kräften für den „Grundschutz“ des Ortes in Bereitschaft versetzt.

Was das Feuer ausgelöst hat, ist noch unklar. Die Polizei hat den Brandort beschlagnahmt, ein Sachverständiger wurde angefordert. „Die Ermittlungen laufen“, hieß es am Sonntag bei der Polizei. Sie schätzt die Schadenhöhe auf

Der Gesamtschaden wird auf ca. 50.000 Euro. Die Polizei in Geldern nimmt Hinweise zur Brandursache unter 02831-1250 entgegen.