Kerken. Ausschuss unterstützt Anwohner des Wochenendhausgebiets Eyller See

Eyller See in Kerken : Politik unterstützt den Kampf um Dauerwohnrecht

Die Situation ist irreal. Seit 40 Jahren leben Menschen im Wochenendhausgebiet Eyller See. Sie sind offiziell Bürger der Gemeinde Kerken, mit allen Rechten und Pflichten. Doch eigentlich dürfen sie in ihren Häusern gar nicht (dauerhaft) wohnen.

Denn planungsrechtlich ist nur die Nutzung an den Wochenenden und in den Ferien zulässig. Seit langem kämpfen die Anwohner darum, dort ganz legal dauerhaft leben zu dürfen.

Im Bau- und Planungs-Ausschuss der Gemeinde Kerken gab es nun einen kleinen Teilerfolg für sie: Ein von ihnen und allen Fraktionen formulierter Antrag wurde angenommen. Ziel ist die Ausweisung einer sogenannten „ASB-Fläche“ im Regionalplan. Der soll geändert werden, weil das Land erkannt hat, dass dringend mehr Wohnraum benötigt wird. Dass es aber sehr zweifelhaft ist, dass dieser Weg nun zum gewünschten Erfolg führt, machte Bürgermeister Dirk Möcking zu Beginn der Sitzung deutlich.

Seine Verwaltung hatte sich im Vorfeld dafür ausgesprochen, den Antrag nicht zu verabschieden. Möcking erläuterte, dass es bei der Änderung des Regionalplans darum gehe, in der Nähe von Haltepunkten der Bahn und entsprechender Infrastruktur neuen Wohnraum zu schaffen. Sprich: Pendler, die in den Großstädten keinen passenden Wohnraum finden, sollen auf dem Land ihr Zuhause finden. Welche Flächen passen, wird mit einem Punktesystem ermittelt.

Möcking führte aus, dass selbst Flächen nahe der Kerkener Bahnhöfe nur gerade eben oder auch gar nicht die nötige Mindestpunktzahl erreichen. Für das Wochenendhausgebiet im Landschaftsschutzgebiet sieht er deshalb keine Chance, auf diesem Wege die Legalisierung zu erreichen. „Man muss ihnen auch die Wahrheit sagen dürfen“, bat er die anwesenden Bewohner um Verständnis.

Der Ausschussvorsitzende Rainer Hufschmidt (CDU) sagte, dass die Gemeinde die Entscheidung nicht fällen könne. Man sei aber bereit, jede Möglichkeit zu nutzen, um den Anwohnern zu helfen. Daher gab es von den Fraktionen die breite Unterstützung für den Antrag — den geringen Chancen zum Trotz.

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