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Keine Zusatzrente für Kerkener Feuerwehrmänner

Freiwillige Feuerwehr Kerken : Kerkener Rat lehnt „Feuerwehr-Rente“ ab

Es gibt keine Mehrheit für den Antrag der Bürgervereinigung Kerken (BVK). Als Dankeschön ist stattdessen jetzt ein Rabatt fürs Fitnessstudio im Gespräch. Die CDU verweist auf die hohen Investitionen in den vergangenen sechs Jahren.

Soviel steht fest: Es gibt keine Zusatzrente für die Ehrenamtler der Freiwilligen Feuerwehr Kerken. In der Ratssitzung, die jetzt im Adlersaal über die Bühne ging, lehnten die Fraktionen von SPD und CDU den Vorschlag ab, den die Bürgervereinigung Kerken (BVK) ins Spiel gebracht hatte. Stattdessen hat der Rat die Verwaltung beauftragt, ein Konzept in Absprache mit der Freiwilligen Feuerwehr zu erstellen, das auf Vergünstigungen beim Besuch eines Fitnessstudios abzielt.

Zu Beginn der Sitzung hatte die BVK noch einmal für die Einführung einer „Feuerwehr-Rente“ geworben. Zum einen könne man für einen Anreiz sorgen, sich langfristig in der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde zu engagieren, meinte Fraktionsvorsitzender Bernhard Rembarz. Der BVK-Mann verwies außerdem auf die Personalstärke, die benötigt wird, um die Ausrückzeiten und den aktuellen Brandschutzplan erfüllen zu können. „Das Engagement in der Freiwilligen Feuerwehr ist tendenziell rückläufig. Folgerichtig muss Verstärkung her. Eine Zusatzrente ist ein starker Anreiz und jedenfalls deutlich günstiger als eine Berufsfeuerwehr“, erklärte Rembarz.

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Die Reaktion der Mehrheitspartei ließ nicht lange auf sich warten. „Ich bin schon etwas verwundert, dass Sie als Referenz die wohlhabende Stadt Monheim am Rhein nennen“, kritisierte CDU-Fraktionschef Rainer Hufschmidt. „Ich glaube nicht, dass unsere Gemeinde alles abkupfern muss, was andere Kommunen vorleben.“

Außerdem bedeute eine Feuerwehr-Rente keine „wahnsinnige Unterstützung“ im Alter. Er verwies in diesem Zusammenhang auf die „Riester-Rente“, die sich oftmals für die Menschen kaum lohne, obwohl sie viele Jahre eingezahlt hätten. Hufschmidt: „Ich bin mir sicher, dass sich Menschen für ein Engagement bei der Freiwilligen Feuerwehr entscheiden, weil sie Kameradschaft und Teamgeist schätzen. Und nicht wegen des Geldes. Das habe ich in vielen Gesprächen erfahren.“ Zudem sei der Feuerwehr in der jüngeren Vergangenheit fast jeder Wunsch erfüllt worden. Hufschmidt betonte, dass die Gemeinde Kerken in den vergangenen sechs Jahren 2,3 Millionen Euro investiert habe, um die Wehr hochmodern und professionell ausstatten zu können.

SPD-Fraktionsvorsitzender Uwe Priefert hält den Ansatz der BVK ebenfalls für grundsätzlich falsch: „Dem, was die Freiwillige Feuerwehr leistet, können wir monetär nie gerecht werden.“ Zudem müsse man auch an die vielen Ehrenamtler aus anderen sozialen Bereichen denken, die ebenfalls eine „Rente“ verdient hätten, falls man in Sachen Feuerwehr so entscheiden würde. „Ich weiß auch nicht, wie Herr Rembarz darauf kommt, dass die Mitgliederzahl unserer Freiwilligen Feuerwehr rückläufig ist. Meines Wissens sind die Zahlen sehr stabil und sogar tendenziell steigend“, sagte Priefert.