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Keine Kiribaum-Plantage in Issum wie die FDP wünscht

Diskussion im Issumer Umweltausschuss : Aus für Wald-Idee mit Kiri-Bäumen in Issum

Die FDP verteidigte ihren Vorschlag im Umweltausschuss mit vielen Argumenten. Sie wollte ökologische und ökonomische Aspekte miteinander verbinden und schlug einen Kommunalwald mit Kiri-Bäumen vor. Ohne Erfolg.

Mehr Wald für Issum, das wollen irgendwie alle Parteien. Nur bei der Gestaltung gehen die Meinungen teilweise weit auseinander. Entschieden wurde beim Ausschuss für Umwelt, Ortsgestaltung und Denkmalpflege am Dienstagabend unter anderem über den Vorschlag der Issumer FDP. Die wollte ökologische und ökonomische Aspekte miteinander verbinden und schlug einen Kommunalwald mit Kiri-Bäumen vor. Diese schnell wachsenden Bäume sollten in acht bis zehn Jahren gefällt werden und das Holz zu Geld gemacht werden. Sie versprachen einen Gewinn von etwa 100.000 Euro in zehn Jahren. Die Bäume wachsen nach.

Die Verwaltung lehnte den Antrag ab. Thomas Wittenburg von der FDP hielt es allerdings für ziemlich fragwürdig, den Vorschlag „mit Bausch und Bogen“ abzulehnen, wenn eine unbekannte Person und drei anonyme Experten in der Begründung zu Wort kämen. Es hatte einen schriftlichen Einwand gegen die Bepflanzung gegeben, Förster, Nabu und das Forstamt hatten sich zu den Plänen geäußert.

Tammo Eilers von der Issumer CDU fasste die Bedenken so zusammen: „Der Anbau einer Kiri-Baum-Plantage ist ein Eingriff in Natur und Landschaft. Es ist kein Lebensraum für heimische Tiere, den wir da schaffen.“ Laut dem Bundesnaturschutzgesetz bestehe ein Kommunalwald aus gebietsheimischen Gehölzen. „Das muss so hart gesagt werden, das ist der Ausschuss für Umweltschutz, das muss unsere Maßregel sein.“

Aus den Reihen der SPD hieß es gleichermaßen: „Wir wollen einen Wald und keinen Holzproduktionsbetrieb.“ Bürgermeister Clemens Brüx fasste es positiv auf, dass die FDP der Kommune zu Geld verhelfen wolle. Aber: „Es ist nicht Aufgabe der Kommune, forstwirtschaftlich tätig zu werden.“ Er sprach von Unterstellungen gegen die Verwaltung, denn man habe nach bestem Wissen und Gewissen die Informationen zusammengetragen. Wittenburg von der FDP hatte sie als „falsch, unvollständig und aus dem Zusammenhang gerissen“ bezeichnet. Er plädierte vor der Entscheidung für Offenheit. „Wenn unsere Ahnen nicht offen gewesen wären, hätten wir keine Kartoffeln, Tomaten und Mais.“ Er ging noch einen Schritt weiter und machte den Vorschlag, Bodenproben zu nehmen, für den Anbau des Kiri-Waldes. Der Vorschlag wurde abgelehnt, dem Antrag der Verwaltung gefolgt und damit das Projekt „Kiri-Bäume als Kommunalwald“ abgelehnt.