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Kontrollen an den Ostertagen: Keine freie Fahrt in die Niederlande

Kontrollen an den Ostertagen : Keine freie Fahrt in die Niederlande

Die Osterfeiertage zählen zu den beliebtesten Einkaufs- und Ausflugstagen der Deutschen bei den niederländischen Nachbarn – und gerade dann wurde die Grenze faktisch dichtgemacht. Ein Lagebericht zur Kontrollsituation.

Die Verantwortlichen der niederländischen Provinz Limburg beschlossen am Mittwoch, dass deutsche Besucher ohne zwingenden Grund die Grenze zu den Niederlanden nicht mehr überqueren durften. Ausflüge oder Einkaufstouren zählten nicht zu den dringenden Gründen. Weiter wurde mitgeteilt, dass niederländische Grenzschützer Kontrollen durchführen und deutsche Fahrzeuge unter Umständen wieder nach Hause geschickt werden müssen. Diese Regelung wurde für den Zeitraum von Gründonnerstag bis einschließlich Ostermontag getroffen.

Die spannende Frage war nun, wie die Deutschen bei sonnigem Frühlingswetter auf diese Regelung reagiert und wie die Niederlande ihre Grenze geschützt haben. Dazu ein Situationsbericht vom Karfreitag und vom Ostersonntag.

Wie hier am Übergang in Kaldenkirchen wurden die meisten Autos direkt zurück nach Deutschland geschickt. Foto: Prümen/Norbert Prümen (nop)

Grenzübergang A 40 Niederdorf Karfreitag, am Nachmittag um 16.15 Uhr, herrschte gähnende Leere auf der Autobahn in Richtung Venlo. Vereinzelnde holländische Lkw befuhren in beiden Richtungen die Autobahn. Pkw-Verkehr fand nahezu gar nicht statt. Passanten erzählten, dass bis vor einer Stunde noch Einreise-Kontrollen auf der Autobahn stattgefunden hätten.

Die Fahrer wurden nach dem Zweck der Fahrt befragt. Foto: Niederrhein TV

Das sah aber am frühen Vormittag noch anders aus: Alle Fahrzeuge wurden kontrolliert, die A40 wurde einspurig gestellt und dann alle Fahrzeuge auf den Parkplatz geleitet. Zahlreiche niederländische Beamte und Bundespolizei waren im Einsatz. Deutsche Autofahrer wurden gebeten, wieder zurück zu fahren. Die meisten gaben an, in Venlo (dort war Karfreitag ein normaler Arbeitstag) einkaufen zu wollen. Durch die Kontrolle staute sich der Verkehr.

An den kleinen Grenzübergängen war die Lage sehr entspannt. Kontrollen gab es nur sporadisch. Foto: Heinz Spütz

Parallel dazu führten in Zivil gekleidete Beamte des Bundesgrenzschutzes am kleinen Grenzübergang auf der Autobahnbrücke A 40 in Herongen Kontrollen durch, die vermutlich nicht im Zusammenhang mit dem angeordneten Einreiseverbot gestanden haben dürften.

Grenzübergang Straelen/B 58 Am Nachmittag um 15.30 Uhr sind keine Kontrollen und keine Kontrolleure am Grenzübergang Kastanienburg zu sehen. Das Verkehrsaufkommen durch deutsche Kraftfahrer in Richtung Venlo war äußerst gering und gen Null die Anzahl der Radfahrer, die in Richtung Venlo fahren wollten oder aus der Stadt kamen.

Grenzübergang Walbeck/Arcen Am frühen Nachmittag um 13.20 Uhr keine Kontrollen und keine Grenzbeamten. Nur kleckerweise überquerten deutsche Fahrzeuge die Grenze, um in Richtung Arcen weiterzufahren. Mehr als die Hälfte der Fahrer kamen den Kennzeichen nach zu urteilen nicht aus dem Kreis Kleve. Motorrad- und Fahrradfahrer waren eher die Seltenheit. Wenige blieben vor „Peeters Arcen“ stehen, um vornehmlich lekker frietjes te eten. Im Imbiss und Supermarkt bestanden die gleichen Sicherheitsvorschriften wie hier in Deutschland.

Ostersonntag, am späten und sehr sonnigen Vormittag war die Lage an den drei Grenzübergängen im Vergleich zu Karfreitag in etwa unverändert. Niederrhein-Touristen waren anders als in den Jahren zuvor nur sehr vereinzelt unterwegs. An den Grenzübergängen hinter Walbeck und in Straelen fanden keine Kontrollen statt. Auf der Autobahn bei Herongen wurden deutsche Autofahrer durch holländische Polizisten weiterhin auf den Rastplatz gewunken – aber das Verkehrsaufkommen war nicht der Rede wert.

im Einsatz war wiederum die Bundespolizei, die an der Grenze in Straelen und am kleinen Grenzübergang in Herongen mit einem eigenen Auftrag deutsche Verkehrsteilnehmer, die nach Deutschland einreisen wollten, kontrollierte.

Die Strategie der Limburger, ihre Provinz während der Corona-Krise vor einer Invasion deutscher Gäste zu bewahren, um so das zusätzliche Risiko einer Ansteckung ihrer Bewohner zu vermeiden, scheint aufgegangen zu sein.