Kantor Dieter Lorenz aus Geldern über das nächste Chorkonzert.

Interview Dieter Lorenz : Wunderbare Musik auch für junge Hörer

Der Kantor von St. Maria Magdalena Geldern spricht über die Aufführung des Oratoriums „Elias“.

Das Oratorium „Elias“ erklingt nicht zum ersten Mal in Geldern. Was hat Sie dazu veranlasst, dieses Werk von Felix Mendelssohn-Bartholdy erneut aufzuführen?

DIETER LORENZ Mendelssohns „Elias“ ist ein eindrückliches Werk. Es steckt unglaublich viel Dramatik in dem Werk – vom grausamen Fluch des Elias über die wunderbare Heilung des Knaben bis zur Gotteserscheinung und Elias’ Himmelfahrt. Mendelssohn vertonte den Stoff zwar als Oratorium, also nichtszenisch und natürlich angelehnt an die großen Vorbilder Bach und Händel, aber seine musikalische Gestaltung trägt stellenweise opernhaft-dramatische Züge. Der Chor liebt dieses Stück, und ich freue mich, es wieder aufführen zu dürfen. Es ist ein Geschenk, dieses Werk zu dirigieren.

Seit wann laufen die Proben für dieses Konzert?

LORENZ Wir haben mit dem Proben schon im Frühsommer 2018 begonnen. Es ist ein großes Werk, das man früh genug einstudieren sollte. Neben den technischen Schwierigkeiten muss auch die Kondition geübt werden.

Wie viele Sänger umfasst der Chor? Haben Sie ihn extra verstärkt?

LORENZ Wenn der Chor vollständig ist, haben wir etwa 100 Sängerinnen und Sänger, und wir haben ihn

nicht extra verstärkt. Durch die regelmäßige Arbeit mit den Sängern entsteht so ein sehr homogener Klang.

Wer sind die übrigen Mitwirkenden an diesem Abend?

LORENZ Wir haben ein hervorragendes Solistenquartett engagiert mit Ruth Weber (Sopran), Christa Bonhof (Alt) und Dantes Diwiak (Tenor). Die herausragende Partie des Elias wird von Guido Jentjens gesungen, der ja aus Geldern kommt und auf eine große Gesangskarriere blickt. Neben Bayreuth und Salzburg ist er auf den großen Opernbühnen vertreten. Selber hat er früher hier im Chor gesungen. Wir freuen uns, dass er uns hier so verbunden ist. Darüber hinaus übernehmen die Mitglieder der Duisburger Philharmoniker die musikalische Begleitung. 2001 haben wir zum ersten Mal den „Elias“ aufgeführt. Das war auch der Beginn der Zusammenarbeit mit den Duisburger Philharmonikern. Wir erleben bei den Aufführungen die Musiker in einer exzellenten Qualität und großem Engagement. Besonders danken wir da auch der Konzertmeisterin Anke Becker, die die gesamte Koordination der Orchesterarbeit übernimmt.

Sind solche Veranstaltungen auch immer ein Instrument, um Verstärkung für den Kirchenchor zu werben?

LORENZ Ja, natürlich freuen wir uns als Chor, wenn sich nach einem solchen Konzert sangesfreudige Menschen unserem Chor anschließen möchten. Wir sind eine offene Gemeinschaft und pflegen neben der Musik einen sehr herzlichen Umgang miteinander. So hatten wir in der Vorbereitung auf das bevorstehende Konzert ein wunderbares Chorwochenende in Georgsmarienhütte.

Wie sieht es mit der Resonanz gerade junger Menschen auf klassische Musik aus?

LORENZ Nun, die jungen Menschen sind sicher nicht in der Mehrheit, aber wir haben junge Menschen im Chor, und wir ermutigen junge Menschen, sich dieser wunderbaren Musik zu öffnen. Ich kann nur allen musikbegeisterten jungen Leuten empfehlen, ein solches Live-Erlebnis nicht zu verpassen.

Das Oratorium „Elias“ ist sicher der Höhepunkt im Jubiläumsjahr „50 Jahre Geistliche Konzerte an St. Maria Magdalena“. Wie ist das Jahr aus Ihrer Sicht gelaufen?

LORENZ Wir schauen auf ein wunderbares Jubiläumsjahr. Die bisherigen Konzerte waren ein schöner Erfolg, und die Resonanz der Zuhörer war sehr positiv. Wir hatten bei diesen Kammerkonzerten und dem wunderbaren Pfingsthochamt mit Gounods „Cäcilienmesse“ einen großen Zulauf und haben sehr viel Wertschätzung erfahren.

Was steht 2019 noch an?

LORENZ Im Dezember gibt es noch ein schönes Weihnachtskonzert mit dem Ensemble transparent und Musikern der Duisburger Philharmoniker. Die „Weihnachtsgeschichte“ von Brunkhorst und das „Magnificat“ von Durante werden auf dem Programm stehen.

Welche Pläne haben Sie als Kantor noch mit der Musik in der Pfarrgemeinde?

LORENZ Nun, die nächste Jahresreihe ist natürlich bereits geplant. Die Konzerte werden Ende Dezember veröffentlicht. Ich möchte das Bisherige nicht nur bewahren, sondern mit neuen Ideen die Kirchenmusik hier in Geldern weiter bereichern.

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