Geldern: Kalkar jetzt Standort für Rettungswagen

Geldern : Kalkar jetzt Standort für Rettungswagen

Die Stadt ist sehr froh darüber, nach vielen Jahren wieder einen "eigenen" RTW zu haben. Den hat der Kreis Kleve auf dem Gelände der Kaserne stationiert. Folge des neuen Bedarfsplans für den Rettungsdienst.

In seinen ersten Dienstwochen an der neuen Wirkungsstätte hat sich das neue Fahrzeug schon mehrfach als sehr nützlich erwiesen: Der Rettungswagen, den der Kreis Kleve seit dem Jahreswechsel in der Stadt Kalkar stationiert hat, war bereits intensiv im Einsatz. Da es noch keine Rettungswache in der Stadt gibt beziehungsweise die Feuer- und Rettungswache derzeit für das Fahrzeug und sein Personal nicht genügend Platz bietet, wurde eine Zwischenlösung gesucht und gefunden: Kalkars Rettungswagen ist vorerst auf dem Gelände der Von-Seydlitz-Kaserne untergebracht.

Lutz Kühnen als Vorsitzender der Ratsfraktion des Forum ist sehr zufrieden mit der Entscheidung, die er als Aufwertung des Standorts Kalkar und zugleich als Bestätigung seiner Ansicht sieht, dass Kalkar dringend einen "eigenen" Rettungswagen braucht. "Die Entwicklung der Einwohnerzahlen, die vielen Besucher der Stadt und nicht zuletzt die tausenden Übernachtungsgäste im Wunderland machten es dringend erforderlich, dass Kalkar wie früher einmal in das Netz des Kreis Klever Rettungsdienstes aufgenommen wird." 1996 war zuletzt ein Rettungswagen auf dem Gebiet der Stadt unterwegs; seit damals mussten bei entsprechenden Anlässen mit Fachkräften besetzte Fahrzeuge aus Kleve, Goch, Emmerich oder Rees kommen. "Das gab auch Probleme bei den Hilfsfristen", weiß Kühnen, der selbst langjähriger Feuerwehrmann ist. In ländlichen Gebieten wie dem Kreis Kleve muss ein Rettungswagen innerhalb von zwölf Minuten am Notfallort sein.

Weil der Rettungsdienst-Bedarfsplan ohnehin überarbeitet wurde, stiegen die Chancen in Kalkar, künftig besser versorgt zu werden. Der Wagen ist nun also da, nur der feste Platz für ihn fehlt noch. "Die Kaserne liegt, auf die Stadt bezogen, ja ziemlich dezentral. Da wäre eine Fläche nahe der B 57 sinnvoller", findet Kühnen. Und Ratskollege Günter Pageler von den Freien Bürgern hat da auch schon eine Idee als Antrag formuliert: Seine Fraktion schlägt vor, eine Fläche im Gewerbegebiet Ost für den Bau eines neuen Bau- und Betriebshofs auszuweisen und die Rettungswache auf dem dann frei werdenden Gelände einzurichten. "Die zentrale Lage wäre nach unserer Einschätzung für eine solche Folgenutzung ideal. Der Erlös aus dem Verkauf könnte die Kosten für das Ersatzgrundstück decken oder erheblich mindern."

Der Kreis Kleve erklärt die jetzt getroffene Entscheidung mit dem aktuellen Bedarfsplan für den Rettungsdienst, der seit April in Kraft ist. Hintergrund der "deutlichen Verstärkung der rettungsdienstlichen Vorhaltung sowohl personell als auch bezüglich der Anzahl der Einsatzfahrzeuge" sei das gestiegene Einsatzaufkommen. Durch die Stationierung eines Rettungstransportwagens (RTW) in Kalkar werde eine schnellstmögliche Versorgung der Bevölkerung im Stadtgebiet und in den umliegender Ortschaften und Nachbarkommunen mit rettungsdienstlichen Leistungen möglich.

Vorerst hat der Rettungswagen, der für Kalkar und Umgebung zuständig ist, seinen Standort auf dem Kasernengelände. Foto: Kreis Kleve

Mit der Bundeswehr sei abgesprochen, das Fahrzeug für mindestens drei Jahre auf dem Kasernengelände abstellen zu können. "In dieser Zeit soll ein geeigneter Standort für eine Rettungswache in Kalkar als Außenstelle der Rettungswache Goch gefunden und ertüchtigt werden. Erste Gespräche hierzu werden bereits geführt", schreibt der Kreis auf RP-Anfrage. Mangels konkreter Planungen sei der Finanzbedarf für Grunderwerb, Bau und Ausstattung einer Rettungswache in Kalkar noch nicht berechnet. Um handlungsfähig zu sein, seien jedoch erste Mittel im Wirtschaftsplan des Rettungsdienstes für 2018 veranschlagt.

Besetzt ist der Kalkarer RTW mit Personal der Rettungswache Goch. Die hierfür erforderlichen Stellen seien besetzt. Der Kreis weiter dazu: "Mit dem neuen Bedarfsplan für den Rettungsdienst des Kreises sind in Summe aber allein 39 neue Stellen für Rettungssanitäter, Rettungsassistenten und Notfallsanitäter geschaffen worden. Hinzu kommt der regelmäßige Bedarf aufgrund von Personalfluktuation. Vor diesem Hintergrund werden weiterhin geeignete Mitarbeiter gesucht, um noch offenen, vereinzelten Bedarf zu decken.

Zu welchem Krankenhaus die Notfallpatienten gebracht werden? Grundsätzlich zum nächstgelegenen Krankenhaus, das eine sachgerechte Weiterbehandlung ermöglicht. Die Entscheidung trifft in aller Regel die Kreisleitstelle in Abstimmung mit dem eventuell eingesetzten Notarzt.

Der Kreis Kleve unterhält Rettungswachen in · Emmerich, Rees, Kleve, Goch (plus Außenstelle Kalkar), Kevelaer und Geldern (plus Außenstelle Wachtendonk). Derzeit seien beim Kreis insgesamt 165 Rettungskräfte beschäftigt, dazu Leitstellenpersonal und Verwaltung. Im Jahr 2016 wurden rund 40.000 Einsätze gefahren (die Gesamtzahl für das Jahr 2017 wird noch ermittelt), die Gesamtaufwendungen des Rettungsdienstes lagen 2016 bei rund 14,8 Millionen Euro.

(RP)