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Straelen: Junggeselle zwischen Chaos und Frauen

Straelen : Junggeselle zwischen Chaos und Frauen

Das Kameradschaftliche Liebhaber-Theater 1881 Straelen stürzt den schüchternen Siegfried in Turbulenzen. "Liebeslust und Wasserschaden" heißt das aktuelle Frühjahrsstück. Die Premiere war ein Erfolg. Es gibt weitere Aufführungen.

Was passiert, wenn ein Junggeselle im alltäglichen Rhythmus und seiner Ordnung gestört wird, präsentierte das Kameradschaftliche Liebhaber-Theater 1881 Straelen am Samstag. In ihrem neuen Frühjahrsstück "Liebeslust und Wasserschaden" holten die Mitglieder des Ensembles das Chaos auf die Bühne des Forums in Straelen.

Siegfried, gespielt von Ansgar Delbeck, ist ein Junggeselle, der einen Ordnungs- und Putzzwang hat und sogar seine Rechnungen bügelt. Da kommt es ihm nicht gerade recht, dass seine Schwester (Kristina Flöder) ihre Freundin Katrin (Claudia Siebers) bei ihm einquartiert, die aufgrund eines Wasserschadens in ihrer Wohnung eine neue Bleibe braucht.

Leider ist Katrin so gar nicht ordentlich und versucht such zu allem Überfluss, auch noch Siegfried anzunähern, der aber in der Anwesenheit von Frauen nur stottern kann. Hinzu kommt, dass die Vermieterin Frau Schmitzke (Angelika Schönepauck), die ein kleines Alkoholproblem hat, Handwerker in Siegfrieds schönes Heim holt. Und die sind leider alles andere als fähig.

Die beiden Handwerker Peter Krumm (Thomas Meuser) und Winfried Schief (Johannes Pieper) finden die Arbeit zu anspruchsvoll, da die Leitungen ja hinter den Wänden versteckt sind. Da trinken sie lieber ihr Bier, lesen die Zeitung und reißen Wände ein. Auch die beiden Frauen, die für die Erneuerung der sanitären Einrichtungen zuständig sind, werden ihrem Handwerk nicht gerecht. Susi Schraube, bei der Premiere verkörpert von Trudi Forbringer, macht sich an jeden Mann heran, statt zu arbeiten, Und Mechthild Schreck (Stephanie Mertens) macht in ihrer robusten Art ständig hämische Kommentare.

Der Konkurrenzkampf zwischen den Handwerkern spitzt sich zu. Auch der beste Freund von Siegfried kreuzt immer wieder auf. Der schüchterne und steife Kalle (Michael Pooth) ist auf einer Art Selbstfindungstrip. Nebenbei taucht immer wieder die dichtende Postbotin (Claudia Heller) auf, die mal mehr, mal weniger gute Nachrichten bringt, und das Chaos ist perfekt.

Die Spielleitung übernahm in diesem Jahr zum ersten Mal Birgit Schröders, die ehemalige Straelener Karnevalsprinzessin. Und sie hat ihren Job gut gemacht: Das Stück kam sehr gut bei den Zuschauern an. "Es ist richtig schön", lobte etwa Brigitte Heuser und fand: "Man kann ganz viel lachen, und es ist direkt aus dem Leben gegriffen."

Wer die Premiere verpasst hat, kann eine der weiteren Vorstellungen besuchen. Am 14., 16. und 17. März beginnen Aufführungen jeweils um 20 Uhr. Am 18. März geht es bereits um 16 Uhr los, dann wird vorher noch zu Kuchen geladen.

Geprobt wurde für das Stück seit Anfang Januar, und sowohl die Schauspieler, als auch die Mitglieder hinter der Bühne sind mit Leidenschaft bei der Sache. Darsteller Johannes Pieper geht in seinem Hobby auf: "Es ist ausgezeichnet. Hier sind ganz viele nette Kameraden. Wir sind eine spontane Gruppe und für jeden Gag offen", erzählt er. Und Ansgar Delbeck betont: "Wir sind eine richtige kleine Familie."

(dago)