Jahresrückblick für Geldern und Umgebung.

Jahresrückblick : Das war 2018 im Gelderland

Erfreuliches, Trauriges, Skurriles: Während des fast abgelaufenen Jahres hat sich zwischen Weeze und Wachtendonk wieder viel ereignet. Manches ist passiert, das innehalten lässt. Eine Auswahl zum Erinnern an zwölf Monate.

Ein Super-Sommer, der Besuch des Bundespräsidenten, gewürdigtes Ehrenamt, aber auch wieder einige tödliche Verkehrs- und Arbeitsunfälle sowie Brände: Ein ereignisreiches Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Einiges Bemerkenswerte wird hier noch einmal herausgehoben.

Erstes Baby Die kleine Mia ist das Neujahrsbaby im Gelderner St.-Clemens-Hospital. Um 23.35 Uhr erblickt das Mädchen das Licht der Welt. Ihre Eltern kommen aus Xanten-Wardt.

Drogenlabor Großeinsatz für die Polizei am 24. April in Wachtendonk. Eine Hundertschaft und Spezialkräfte stürmen einen Bauernhof an der Slümer Straße im Außenbereich von Wachtendonk, weil dort ein Drogenlabor vermutet wird. Fünf Personen werden festgenommen, eine kurz darauf wieder freigelassen. Sechs Personen landen im Zuge der Ermittlungen in Untersuchungshaft. Amphetaminöl und Zubereitungswerkzeuge werden sichergestellt. Die Ermittler haben tagelang zu tun. Der Fall steht in Zusammenhang mit dem Brand einer Scheune am 28. März, ebenfalls in Wachtendonk. Dabei kamen vier Esel, zwei Kühe, ein Pferd und zwei Ponys ums Leben. Dort war auch eine Drogenküche entdeckt worden. Am 13. Dezember beginnt der Prozess am Landgericht Kleve.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird von vielen Schaulustigen in Straelen begeistert begrüßt. Foto: Evers, Gottfried (eve)

Hoher Besuch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist am 18. Oktober in Straelen. Er besucht das Europäische Übersetzer-Kollegium (EÜK), das seit 40 Jahren besteht, um sich über dessen Arbeit zu informieren. Das Staatsoberhaupt wird von zahlreichen Bürgern auf der Straße erwartet. Nach seiner etwas verspäteten Ankunft nimmt er sich Zeit, um mit den Wartenden zu reden. Zahlreiche Handys werden gezückt, um ein Foto von Steinmeier zu machen.

Ein Feuerwerk für alle Fans der Electro Dance Music war auch 2018 das Parookaville-Festival in Weeze. Foto: Parookaville GmbH

Waldbrand Großeinsatz für die Feuerwehr Straelen am 4. August. In Niederdorf steht ein Waldstück in Flammen. Mehr als 50.000 Quadratmeter nahe der A 40 brennen. Heikel ist die Situation durch eine in der Nähe verlaufende Ölpipeline und durch im Boden vermutete Phosphorbomben aus dem 2. Weltkrieg. Bis zu 130 Feuerwehrleute aus den Kreisen Kleve und Viersen sind im Einsatz, dazu Kräfte aus Gelsenkirchen, Duisburg, Wuppertal und den Niederlanden. Wertvolle Unterstützung leitet ein Löschhubschrauber der niederländischen Armee, der Wasser aus der Blauen Lagune holt und über dem brennenden Wald abwirft. Erst gegen 22 Uhr kann Entwarnung gegeben werden, eine Brandwache bleibt vor Ort. Erst am 10. August werden die letzten Schläuche eingeholt. Als Ursache für das Unglück vermutet die Polizei Brandstiftung. In dem Waldstück hatte es in den fünf Wochen zuvor acht Mal gebrannt.

Rückkehr Große Freude am 20. Februar in Issum. Xhordi ist wieder da. Der 17-Jährige musste mit seiner Familie nach Albanien ausreisen und sollte eigentlich nach zwei Wochen wieder zurückkehren. Daraus wurden allerdings rund drei Monate. Es gab ein Hin und Her mit der deutschen Botschaft. Doch die Freunde aus Issum unterstützten den jungen Albaner und wirkten daran mit, dass er zurück konnte.

In dieses Erdloch fiel ein Mann in Kevelaer. Foto: Guido Schulmann

Orkantief „Friederike“ tobt am 18. Januar auch durchs Gelderland, das freilich vergleichsweise glimpflich davonkommt. Kreisweit müssen Feuerwehr, Polizei und sonstige Hilfskräfte zu mehr als 700 Einsätzen ausrücken. Viele Bäume stürzen um, in Kevelaer wird eine Engelsfigur vom Dach der Kerzenkapelle geholt.

Urteil Im Prozess um die Deutsche Schlüsseldienst Zentrale fällt das Landgericht Kleve am 7. August die Urteile. Der 58-jährige Angeklagte aus Geldern bekommt sechs Jahre und sechs Monate Freiheitsstrafe, der 39-jährige Angeklagte aus Weeze drei Jahre und neun Monate. Die Kammer sieht den Vorwurf des bandenmäßigen Betrugs und der Steuerhinterziehung sowie des Vorenthaltens von Arbeitsentgelt bestätigt. Die Verteidiger kündigen Revision an.

Nieukerk sah sich ein entlaufenes Känguru an. Foto: privat/Privat

Erdloch Ungewöhnliches Unglück am 27. August in Kevelaer. Als ein 82-jähriger Hausbewohner an der Humboldtstraße die Blumen in seinem Vorgarten gießen will, tut sich die Erde auf, und der Mann stürzt in ein rund zwei Meter tiefes Loch. Zwei Stunden dauert der Einsatz der Kevelaerer Feuerwehr. Die Grube muss wegen nachrutschender Erde zunächst ganz vorsichtig ausgehoben und der Mann mit einem Seil an einer Drehleiter gesichert werden. Der Senior übersteht den Zwischenfall gut. Ursache für den Einbruch ist eine vergessene Grube, die beim Bau der Reihenhäuser zur Entwässerung angelegt und mit Balken überdeckt war, die durch das Erdreich darüber verfault waren.

Einweihung Die Gesamtschule Geldern wird am 29. August eingeweiht. Sechs fünfte Klassen bilden das Schülerfundament. Bei der Feier wird auch an den steinigen Weg bis zur Gründung der Schule erinnert.

Wasser aus der Blauen Lagune gegen den Waldbrand. Foto: dpa/Christoph Reichwein

Gelderscher Draak Am Altweiberdonnerstag, 8. Februar, steht Maria Crom im Mittelpunkt der Ovationen. Die Frau aus Kapellen bekommt im Anton-Roeffs-Saal der Sparkasse in Geldern den Gelderschen Draak überreicht. Zum 33. Mal ehren RP, Karnevalskomitee und Sparkasse damit eine sozial engagierte Bürgerin aus dem Gelderland. Maria Crom setzt sich besonders in der Schlaganfallhilfe ein.

Bundesverdienstkreuz I Das Bundesverdienstkreuz am Bande bekommt Otto Weber am 22. März, wenige Wochen nach seinem 70. Geburtstag und einen Tag nach seinem Rücktritt als Straelener SPD-Vorsitzender, im Auftrag des Bundespräsidenten von Landrat Wolfgang Spreen überreicht. Den Orden bekommt der frischgebackene SPD-Ehrenvorsitzende in erster Linie für Verdienste im Sport. Seit 1962 ist er aktiv im Tischtennis, 1980 gründete er den TTC Straelen/Herongen, den späteren TTC Straelen/Wachtendonk, und übernahm dessen Vorsitz. 2012 beendete er seine aktive Laufbahn und wurde Ehrenvorsitzender.

Pfarrer Arndt Thielen bei der Gesamtschul-Einweihung in Geldern. Foto: Evers, Gottfried (eve)

Bundesverdienstkreuz II Landrat Wolfgang Spreen kommt am 2. November nach Weeze. Dort zeichnet er im Auftrag des Bundespräsidenten Angelika Meyers mit dem Verdienstkreuz am Bande aus. Damit wird das jahrzehntelange Engagement im kulturellen und sozialen Bereich gewürdigt. Unter anderem im Heimat- und Verkehrsverein Weeze, in der katholischen Landjugend Weeze und beim TSV Weeze.

Rheinlandtaler Im Stadtarchiv Straelen, an seiner ehemaligen Wirkungsstätte, bekommt Bernhard Keuck, Straelens Alt-Archivar, den Rheinlandtaler am 25. September überreicht. Damit würdigt der Landschaftsverband Rheinland Keucks vielfältiges Engagement für die Kultur und Historie im Rheinland.

Ausgebüxt Für Aufsehen sorgt am 1. Juni ein Känguru in Nieukerk. Es reißt am Vormittag aus einem Zirkus aus und hüpft durch die Gegend. Gegen Mittag fangen Zirkusmitarbeiter es wieder ein. Das Tier übersteht den Ausflug unbeschadet.

Publikumsmagneten Mit einem Besucherrekord gehen die Tolkien-Tage am letzten Mai-Wochenende in Pont über die Bühne. Mehr als 6500 Gäste wollen sich das Treiben von Orks und Elfen auf dem neuen Veranstaltungsgelände am Tennisplatz nicht entgehen lassen. Das Parookaville-Festival auf dem Flughafengelände in Weeze lockt am dritten Juli-Wochenende 80.000 Tanzbegeisterte vor die Bühnen mit den Top-DJs. 2019 soll die Veranstaltung noch größer werden.

Einführung St. Dionysius Kerken hat wieder einen Pfarrer. Als Nachfolger von Theodor Prießen wird Christian Stenz am 25. November feierlich in sein Amt eingeführt. Unterstützt wird er von Pastor Charles Raya.

Absage Nicht zum Lachen ist den Verantwortlichen des Gelderner Karnevalsvereins KKG. Am 12. Oktober wird bekannt, dass der Gelderner Karnevalszug am Tulpensonntag 2019 wohl ausfällt. Die Gründe: Geldnot, Haftungsfragen und Frust über Gemecker und Genörgel.

Aufgabe Betrübnis in Pont. Das Dorfzentrum öffnet am 31. Oktober zum letzten Mal seine Pforten. Das Projekt „Eigener Laden im Dorf“ ist gescheitert. Vor fast genau zwei Jahren hatten es die Brüder Benjamin und Sebastian Kleinen gestartet. Doch die Umsätze waren auf Dauer zu gering.

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