Jahresbericht: Landgard hat 2017 Rekordzahlen erreicht.

Jahresbericht : Rekordzahlen für Landgard

Der Gartenbauvermarkter hat 2017 das beste Ergebnis der Firmengeschichte erzielt. Die Konsolidierung wurde fortgesetzt.

Armin Rehberg begrüße die Pressevertreter am Freitag mit einem Lächeln. „Sie sehen mich gut gelaunt und entspannt“, meinte der Landgard-Vorstandsvorsitzende am Tag nach der Vertreterversammlung in Kevelaer. Der Grund für die Hochstimmung ist der Jahresbericht 2017. Er weist für den Gartenbau-Vermarkter das beste Ergebnis der Firmengeschichte aus. Das Jahr sei der nächste richtige, gute Schritt bei der Konsolidierung gewesen, so Rehberg. „Man steht wieder stabil.“ Aufsichtsrats-Vorsitzender Bert Schmitz untermauerte das, als er das Stimmungsbild aus der Vertreterversammlung beschrieb. „Die Vertreter sind zufrieden mit dem Ergebnis und der Leistung.“ Was sich nicht zuletzt in der einstimmigen Entlastung für Vorstand und Aufsichtsrat niederschlug.

Die Erzeugergenossenschaft erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Bruttoumsatz von 1,94 Milliarden Euro. Rekordwerte erzielte Landgard beim Ergebnis vor Steuern (EBT), beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) und beim operativen Geschäftsergebnis (EBIT). Das EBT stieg um mehr als 89 Prozent auf 13,7 Millionen Euro. Das EBITDA als Kennziffer der operativen Ertragskraft lag bei 55,7 Millionen Euro, das EBIT bei 30,3 Millionen Euro. Mit dem Umsatzwachstum, so heißt es im Kurzbericht, sei konsequente Sach- und Personalkostenoptimierung einhergegangen.

„Das Wachstum ist rein organisch, entstand aus der operativen Arbeit“, betonte Rehberg. Die Zeit der Zukäufe ist Geschichte. Von einst 106 Gesellschaften sind 2017 noch 51 übrig geblieben. Landgard konzentriere sich aufs Kerngeschäft, auf die Vermarktung der Mitgliedsbetriebe. Die kommen längst nicht alle mehr aus Deutschland. „Landgard wird internationaler“, sagte der Vorstandsvorsitzende. Von den rund 3200 Mitgliedern sitzen 2593 in Deutschland, 275 in den Niederlanden, 96 in Dänemark, 65 in China, um die mitgliederstärksten Länder zu nennen. Das erneute Wachstum der Mitgliederbasis war verbunden mit einer weiteren Steigerung des wirtschaftlichen Eigenkapitals um 7,2 Millionen Euro auf 53,6 Millionen Euro. Zugleich konnten die Verbindlichkeiten erneut gesenkt werden.

Das Wetter bestimmte auch im vergangenen Jahr den Geschäftsverlauf. Die Witterung im April wirkte sich ungünstig bei Blumen und Pflanzen aus. Trotzdem kam am Jahresende eine Umsatzsteigerung um 4,4 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr heraus. Deutlich nach oben ging es in fast allen Sparten des Geschäftsfelds Obst und Gemüse. Der Bereich weist im Dreijahreszeitraum von 2015 bis 2017 ein Wachstum von 38 Prozent aus. Der unkonsolidierte Gesamtumsatz dieser Sparte hat erstmals in der Unternehmensgeschichte die Milliardengrenze überschritten (rund 1,047 Milliarden Euro.

Auch für das laufende Jahr erwartet Landgard eine weitere operative Ergebnisverbesserung. Der März 2018 war vom Wetter her problematisch. Trotzdem wurde bei Blumen und Pflanzen nach den ersten fünf Monaten ein Wachstum von etwas über drei Prozent erzielt. Der Bereich Obst und Gemüse ist laut Rehberg in diesem Jahr bisher kontinuierlich zweistellig positiv.

Als Herausforderung für 2018 nannte Rehberg die „Vermarktung 4.0“, die mit viel Arbeit verbunden sei. Die Blume alleine reiche nicht mehr. „Man muss dazu Geschichten erzählen.“ Eine Pflanze müsse beispielsweise als Aromageber und Glücklichmacher empfunden werden. Dazu stellte er, schon für 2019, einige Fachhandelskonzepte, Eigenmarken und Lizenzportfolios vor. Die Kampagne „Blumen – 1000 gute Gründe“ hat laut Rehberg positives Feedback bekommen und soll auf Wunsch der Vertreterversammlung fortgesetzt werden.

Gleiches gilt für die Ausrichtung der Blumenhalle auf der Grünen Woche in Berlin. Die will Landgard auch in den nächsten drei Jahren übernehmen.