Issum: Issums neuer Markt ist "knuffig"

Issum: Issums neuer Markt ist "knuffig"

Statt auf dem Vogt-von-Belle-Platz bauen die Händler neuerdings am Donnerstagmorgen ihre Stände auf dem Platz an de Pomp auf. Die Verkäufer freut es, dass sie enger zusammengerückt sind. Die Käufer sagen, wie sie es finden.

Halb zehn donnerstags in Deutschland, genauer gesagt in Issum. Es ist Marktzeit. Die traditionellen Besucher mussten sich ein bisschen umstellen, der Wochenmarkt findet nicht mehr auf dem Vogt-von-Belle-Platz sondern auf dem Platz an de Pomp statt. "Knuffig, gemütlich, ausgesprochen schön", findet es Marktbesucher Carlo Padilla am neuen Standort. Auch die Parkmöglichkeiten rund um den Platz an de Pomp seien günstiger, die Stellplätze am Vogt-von-Belle-Platz seien oft belegt gewesen. Mit einem frisch gekauften Sack Kartoffeln in der Hand war das ungünstig.

Kartoffeln, die gibt es zum Beispiel bei Renate Leuker. Sie bedient beim Stand von Obst und Gemüse Baumanns aus Kevelaer. "Gut, dass wir jetzt enger zusammen sind", sagt die Verkäuferin. Für die Kunden bedeutet das nämlich kürzere Wege von Stand zu Stand. Sie nutzt eine kurze Pause und besucht ihre "Nachbarin", Sigrid Backus am Wagen mit den Backwaren. "Ich denke, der Markt ist jetzt besser erreichbar für das ganze Dorf", lautet die Meinung von Backus. Immerhin spielt sich jetzt alles in der neuen Dorfmitte ab. Kundin Mirle Claßen hofft, dass der Wochenmarkt erst der Auftakt zu vielen weiteren Veranstaltungen am Platz an de Pomp ist. "In Geldern gibt es doch den Gelderner Sommer. Bei der Veranstaltung spielen Freitagabend Bands. Das könnte ich mir im Kleinen auch für Issum vorstellen, damit der Platz an Bedeutung gewinnt." Sie findet es gut, dass die Marktbeschicker am Platz an de Pomp konzentrierter zusammenstehen. Gestern waren neben der Bäckerei und dem Obst- und Gemüsestand auch noch Stände mit Fisch, Geflügel, Wurst, Textilien und eine Gulaschkanone vertreten. "Alle zwei Wochen ist auch ein Stand mit Tiernahrung auf dem Markt", sagt Rita Bücker. Mit Kollegin Ilonka Gewandt-Streit ist sie mit dem Verkaufswagen der Metzgerei Karl Selders aus Kamp-Lintfort auf dem Issumer Markt. "Gemütlicher, schicker", findet sie den neuen Standort am Platz an de Pomp. Sie findet es gut, dass keine Autos kreuz und quer fahren. Am alten Standort war der Markt direkt am großen Parkplatz Vogt-von-Belle-Platz aufgebaut. Am Platz an de Pomp wirkt der Markt geschlossener, Parkplatzatmosphäre ade. "Es ist nämlich so: Manche Märkte gehen kaputt, weil die Stände nicht richtig arrangiert sind", sagt Sigrid Backus. Dann fehlt es an einer heimeligen Marktatmosphäre. Sie weiß, was Marktleben heißt. "Es bedient sie seit 1969 Sigrid Backus", steht auf einem Schild in ihren Wagen. Als Zehnjährige hat sie schon ihre Mutter zu Wochenmärkten begleitet. "Das waren noch Marktwagen mit Petroleumlampen", erzählt sie, während Renate Leuker bei ihr Campingbrötchen bestellt. "Dann mach' du mal Camping, Füße hochlegen und so", frotzelt Sigrid Backus.

An Füße hochlegen ist noch lange nicht zu denken für Renate Leuker. Bevor es zurück zum Obst- und Gemüsestand geht, bestellt sie noch Kuchen für den Feierabend. "Tu ma zwei mit Mandarinen", bestellt sie in bester niederrheinischer Sprachfärbung. Und es ist die nette, ungezwungene Atmosphäre, die Plaudereien, die einen vielleicht doch mal dazu verleiten sollten, das Marktangebote in Issum aufzusuchen. Neben frischen Produkten gibt es noch echte Niederrhein-Atmosphäre und nette Gespräche obendrauf. Aber nicht vergessen: Adresse des Wochenmarktes ist nun "Platz an de Pomp".

(RP)