Issums neue Feuerwehrfahrzeuge und wenig Platz in Sevelens Feuerwehrhaus

Löscheinheiten in Issum : Neue Feuerwehrfahrzeuge und kein Platz

Drei neue Einsatzwagen werden am Sonntag eingesegnet und offiziell an die Ehrenamtler übergeben. Weil in Sevelen Raumnot herrscht, laufen die Planungen für das neue Gerätehaus auf Hochtouren.

Der kommende Sonntag ist ein Feiertag für die Issumer Feuerwehr und auch für die Bürger. Drei neue Fahrzeuge hat die Gemeinde Issum angeschafft. „Die alten waren in die Jahre gekommen und entsprachen nicht mehr dem neuesten Stand der Technik“, sagt Bernd Manders, Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Issum. Im Endeffekt kommt es den Bürgern zugute, wenn die Freiwillige Feuerwehr gut ausgerüstet ist bei Brand, Unfallrettung und anderer Hilfeleistung. Wer am Sevelener Feuerwehrgerätehaus vorbeifährt wird aber feststellen, dass zu wenig Platz ist. „Wir sind am Rande der Kapazitätsgrenze“, sagt Manders. Der Mannschaftstransportwagen muss draußen im Zelt stehen.

Darum laufen die Planungen eines neuen Feuerwehrgerätehauses für die Sevelener Wehr auf Hochtouren. In die Jahre gekommen waren nicht nur einige Fahrzeuge, sondern auch der Gerätehaus von 1969. 1990 gab es noch einmal einen Anbau, dennoch reicht der Platz für die Einsatzfahrzeuge nicht mehr aus, auch wenn der alte Wagen schon nicht mehr dort steht. Es gibt zu wenig Parkplätze für die Einsatzkräfte, keine separaten Umkleiden für die weiblichen Feuerwehrleute. Deshalb soll an der Hoerstgener Straße/Ecke Parkstraße das neue Zuhause für den Löschzug Sevelen entstehen. „Unser Ziel ist es, im Herbst oder Winter den ersten Spatenstich machen zu können“, sagt Issums Bürgermeister Clemens Brüx. Er rechnet mit anderthalb Jahren Bauzeit, sodass Mitte 2022 die Einweihung gefeiert werden könnte. So lange muss das Einsatzfahrzeug unterm Zeltdach stehen.

Zunächst wird also die Einweihung der drei neuen Fahrzeuge gefeiert. Dazu gehören für Sevelen ein Gerätewagen. Beim GW-L1 haben nicht nur sechs Personen Platz, sondern vor allem diverse Einsatzgerätschaften. Die Ladekapazität des Fahrzeugs beträgt zwei Tonnen. Der Kaufpreis lag bei rund 108.000 Euro.

Der Issumer Löschzug bekommt ein neues Löschgruppenfahrzeug, in dem neun Personen mitfahren können. Der LF 20 ist auch für Fahrten in schwierigem Gelände geeignet. Durch den eingebauten Wassertank kann die Feuerwehr auch in Gebieten, in denen kein Hydrantennetz oder Brunnen existieren, löschen. Das Fahrzeug ist außerdem ausgestattet für den Aufbau einer Wasserversorgung im Gelände und mit einer erweiterten Ausstattung für die Technische Hilfe bei Sturm- und Unwettereinsätzen (Kettensägen, Tauchpumpe, Wassersauger). Der Kaufpreis lag bei 345.000 Euro.

Das neue Löschgruppenfahrzeug LF 20 am Feuerwehrgerätehaus in Issum. Foto: Gemeinde Issum

Die Issumer bekommen außerdem einen neuen Einsatzleitwagen. Der ELW 1 hat Platz für vier Personen und ist das Kommunikationszentrum. Es kann unter anderem über zwei unterschiedliche Mobilfunknetze gearbeitet werden, es gibt Funk und Internetanbindung. So kann der Einsatzverlauf ständig dokumentiert und weitergegeben werden. Die Drohne mit Wärmebildkamera an Bord kommt zum Einsatz, um Glutnester ausfindig zu machen. Wichtig war das zum Beispiel schon im vergangenen Jahr beim Großbrand eines Hofs in Kamp-Lintfort. „Der neue ELW 1 der Gemeinde Issum wird auch als Führungsfahrzeug des vom Kreis Kleve zu stellenden Löschzuges im Rahmen der vorgeplanten überörtlichen Hilfe im Land NRW eingesetzt“, heißt es in einer Erklärung zur Fahrzeugbeschaffung. Die Anschaffungskosten lagen bei rund 160.000 Euro.

Meist werden Fahrzeuge aus Altersgründen ausgetauscht, erklärt Bernd Manders, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Issum. Das sei in der Regel alle 20 bis 25 Jahre der Fall. Wichtig seien gut ausgestattete Feuerwehrfahrzeuge mit viel technischem Equipment auch, um mit weniger Personal auskommen zu können. Nachwuchsmangel gebe es bei der Issumer Feuerwehr zwar nicht, sagt Manders, dank einer sehr aktiven Jugend. Allerdings seien die Morgen- und Mittagsstunden heute schwieriger mit Personal zu besetzen, weil viele Menschen außer­halb arbeiten.

Der neue Gerätewagen Logistik GW-L1 der Freiwilligen Feuerwehr Issum ist in Sevelen stationiert. Foto: Gemeinde Issum
So sieht der neue Einsatzleitwagen der Freiwilligen Feuerwehr Issum aus. Foto: Gemeinde Issum

Zum Überblick: an jedem Standort steht ein Hilfeleistungslöschfahrzeug, ein Löschgruppenfahrzeug und ein Mannschaftstransportwagen. In Sevelen steht der neue Gerätewagen, in Issum der neue Einsatzleitwagen. Die alten Fahrzeuge werden eins zu eins aussortiert. „Sie werden in einem Bieterverfahren veräußert“, sagt Manders.