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Issum: WGI fordert zinslose Kredite für Unternehmer durch Gemeinde

Hilfe in der Corona-Krise : WGI: Issum soll Unternehmern mit zinslosen Krediten helfen

Die Gemeinde Issum soll Unternehmen, denen eine November- und Dezemberhilfe zugesagt wurde, die aber noch kein Geld auf dem Konto haben, schnell und unbürokratisch mit einem zinslosen Kredit helfen, schlägt die WGI vor.

Die tränenreiche Videobotschaft einer Dortmunder Friseurmeisterin gab den Ausschlag für einen Eilantrag der Wählergemeinschaft Issum/Sevelen (WGI). Überschrieben ist er mit „Hilfe für Unternehmen, die vom Lockdown betroffen sind“. Der Vorschlag: Die Gemeinde Issum soll Unternehmen, denen eine November- und Dezemberhilfe zugesagt wurde, die aber noch kein Geld auf dem Konto haben, schnell und unbürokratisch mit einem zinslosen Kredit helfen. Der Kredit soll zurückgezahlt werden, sobald das versprochene Geld der Regierung an die Unternehmen ausgezahlt wurde.

Bürgermeister Clemens Brüx ließ zunächst klären, ob eine solche Überbrückungshilfe seitens der Gemeinde überhaupt gezahlt werden kann, oder ob es rechtliche Hürden gibt. „Es ist sicherlich nicht unsere Aufgabe, Bankgeschäfte zu führen“, sagt Brüx. Nichtsdestotrotz könne er den Antrag gut verstehen. Die Überprüfung ergab, dass die Gemeinde als „freiwillige Leistung“ Geld zur Verfügung stellen könnte. Aber darüber hat nicht allein die Verwaltung zu entscheiden, sondern die Politik. Das soll bei nächster Gelegenheit passieren, nämlich bei den Haushaltsberatungen im Haupt- und Finanzausschuss am Dienstag, 9. Februar. Im Kreis Kleve falle ihm keine Kommune ein, die bereits so eine Überbrückungshilfe an örtliche Unternehmen zahlt, so Brüx. In einer Videobotschaft macht Robert Hein von der WGI deutlich, warum seines Erachtens der Antrag bitter nötig ist. Man wolle den Unternehmern in Issum „eine ganze Ecke weiterhelfen, sonst wird’s im Dorf noch leerer als es ohnehin schon ist“. Neben den Friseuren sollte man auch die Tätowierer und die Nageldesigner nicht vergessen, beides gibt es in Issum auch. Das Bestreben, eine Art Überbrückungshilfe zu starten, findet auf Facebook Anklang. „Schön, dass ein Issumer mal an uns kleine Geschäftsleute denkt. Das ist alles ein Desaster und traurig“, kommentiert eine Issumer Friseurmeisterin. Damit bestätigt sie, was auch schon ihre Kollegin in der Videobotschaft zum Ausdruck bringt, die mittlerweile viral ging: Man fühle sich im Stich gelassen. „Ich bin nicht die einzige Unternehmerin, die mit dem Rücken an der Wand steht“, sagt sie. Deswegen lautet auch einer der Vorschläge auf den Antrag der WGI, dass er Schule machen und überall in Deutschland Anwendung finden soll. Zuerst wird aber die Issumer Politik darüber beraten.