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Issum: Wegen Corona gibt es keinen Rüseldensdagszug und keine Sitzungen

Wegen Corona: Kein Zug, keine Sitzungen, aber eine Idee : Issumer feiern Karneval „jeck t´hüß“

Die Ehrenamtlichen haben sich etwas einfallen lassen, wie die fünfte Jahreszeit nach Hause kommen kann. Es soll ein „Best of“ aus bisherigen Karnevalsitzungen in den sozialen Medien gezeigt werden. Ein Trost, weil Zug und alle anderen Veranstaltungen fallen aus.

Das Gefühlspendel schlägt von optimistisch bis traurig bei den Karnevalisten. „Wir haben uns mit dem Vorstand getroffen und überlegt, welche Möglichkeiten gibt es“, sagt Pia Rennen, Präsidentin der Ko&Ka Spielerschar, die jedes Jahr dafür sorgt, dass es närrische Sitzungen für die Issumer gibt. Das Ergebnis des Zusammentreffens: „Keiner kann und möchte in Zeiten von Corona die Verantwortung übernehmen.“ Die Sitzungen für die kommende Session fallen flach. Zwar habe es mit dem Pächter des Issumer Bürgersaals Gespräche gegeben, und der habe auch ein Konzept, wie solche Veranstaltungen auch in Zeiten von Corona durchgeführt werden können, sagt Pia Rennen. Aber das würde bedeuten: Tischgemeinschaften, kein Herumlaufen im Saal. Der Abstand vom Mikrofon auf der Bühne bis zur ersten Tischreihe müsste mindestens vier Meter betragen, und statt eines Elferrates müsste man sich mit einem Vierer-Rat begnügen, in jeder Ecke der Bühne zwei Leute, weil sonst der Mindestabstand in Corona-Zeiten nicht eingehalten werden könnte. Aber das sind in dieser Session nicht die einzigen Hürden. „Wir haben ältere Mitwirkende auf der Bühne, die haben schon gesagt, dass sie aufgrund der aktuellen Situation nicht mitmachen könnten“, schildert Pia Rennen die Situation. Allerdings war man sich auch einig: „Wir wollen nicht nichts machen.“

Die Alternative lautet: „Jeck t´hüß“. Die Ko&Ka Spielerschar bringt das närrische Treiben, das sonst auf der Bühne im Issumer Bürgersaal stattfindet, nach Hause. Zusammenschnitte aus den bisherigen Jahren sollen als eine Art „Best of“ präsentiert werden. Den Mitschnitt möchte man über die sozialen Medien wie Facebook, Instagram und Youtube zur Verfügung stellen und zeitnah darüber informieren, wenn es soweit ist. „So kann jeder im Rahmen des Möglichen zu Hause feiern“, sagt Pia Rennen zuversichtlich. „Mit den Leuten zusammen feiern und ihnen Spaß bringen, ist eigentlich genau das, was wir gerade brauchen können“, sagt sie nachdenklich. „Wir sind wie eine kleine Familie“, bestätigt Detlev Steuer, der erste Vorsitzende des Rüseldensdagskomitees beim Heimat- und Verkehrsverein. Der Karnevalszug wird definitiv abgesagt. „Wir haben keinen Plan B für den Straßenkarneval“, sagt Steuer. Im vergangenen Jahr wurde kurzfristig nach dem Anschlag am Rosenmontag in Hessen für den Rüseldensdagszug in Issum Straßensperren errichtet, damit mehr als 2000 Zuschauer und rund 1000 Zugteilnehmer friedlich und sicher miteinander feiern konnten. Aber was das Coronavirus anbelangt: „Wir können noch so ein gutes Konzept haben, aber bei den vielen Teilnehmern ist das in unseren Augen nicht zu kontrollieren.“ Ihm tut es vor allem um die Kinder leid. Die haben in diesem Jahr schon auf sehr viel verzichten müssen, sind sich alle einig. Was weitergeht ist das Training der Garden unter Coronaschutzbedingungen, erklärt Bärbel van Stuijvenberg. Das könne man nicht ein Jahr ruhen lassen. „Wir wollen unser großes Ziel nicht aus den Augen verlieren, 2022“, sagt Steuer. Dann möchte man das Jubiläum feiern „4 mal 11 Jahre Rüseldensdagszug“.