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Issum: TC Blau-Weiß Issum kann Förderantrag nicht stellen, da Pachtvertrag nicht verlängert wird

Neues aus dem Haupt- und Finanzausschuss : Dunkle Aussichten für die Förderung des TC Blau-Weiß Issum

Der Pachtvertrag des Vereins wird nicht vorzeitig verlängert. Dadurch kann ein Förderantrag über 150.000 Euro nicht gestellt werden.

Der Tennisclub Blau-Weiß Issum ist in Not. In seinem Antrag an die Verwaltung und die Politik schreiben die Vereinsvorsitzenden, dass noch einiges im Zustand seit der Errichtung in den 70er-Jahren sei. Auch Issums Bürgermeister Clemens Brüx lässt an der Renovierungsbedürftigkeit keinen Zweifel. „Jeder, der sich die Tennisanlage ansieht, wird zu dem Schluss kommen, dass die Investitionen dringend notwendig sind.“

Der Verein rechnet mit einer Summe von 154.500 Euro, angefangen von einer neuen Zaunanlage bis zur behindertengerechten Modernisierung der beiden Duschen. Das Geld soll aus dem Förderprogramm „Moderne Sportstätten 2022“ fließen. Mit dem Kreissportbund war soweit alles abgestimmt worden. Allerdings fand die Staatskanzlei NRW als Bewilligungsbehörde zwei Hinderungsgründe. Erstens: Der bestehende Pachtvertrag mit der Gemeinde endet am 31. Oktober 2029.

Die Förderrichtlinien sehen jedoch vor, dass der Vertrag noch mindestens zehn Jahre Bestand haben muss. Als problematisch wird auch der Passus angesehen, in dem sich der TC Blau-Weiß verpflichtet, während der Vertragslaufzeit einer Verlagerung der Tennisplätze zu jeder Zeit zuzustimmen, soweit damit keine Kostenbelastung des Vereins verbunden ist.

Gerd Stenmans von der Issumer CDU sagt, man könne den Antrag des TC Blau-Weiß gut verstehen. Die einzige Frage, die sich stelle, sei, ob das Fördergeld gut angelegt ist. Sollte der Pachtvertrag tatsächlich nur noch zehn Jahre laufen und es keine weitere Verlängerung geben, sei das Geld nicht wirtschaftlich angelegt. So würde es wohl auch der TC Issum sehen, wenn es sich um sein eigenes Geld handeln würde. Im konkreten Fall gehe es um Fördermittel, die letztendlich auch Steuergelder seien. Die große Frage stehe im Raum, was nach den zehn Jahren passiert. Denn immerhin handele es sich bei dem Platz um ein Filetstück in der Gemeinde Issum, zentral gelegen, direkt neben dem Wohlfühl-Haus. Es hatte schon öfter Bestrebungen gegeben, das Gebiet einem Investor anzubieten.

Sascha Kujath von der SPD fragte nach, ob das Vertrauensverhältnis zwischen dem Bürgermeister und dem TC Blau-Weiß wieder hergestellt sei. Der damalige Sprecher des Vereins, Thomas Wittenburg, hatte Politik und Verwaltung 2018 fehlenden Gestaltungswillen und mangelnde politische Weitsicht vorgeworfen, nachdem der Antrag des Vereins auf Verlegung der Tennisplätze auf Kosten der Gemeinde abgelehnt worden war. Bereits 2010 gab es einen Antrag zu einem Umzug der Tennisplätze an die B 58. Im Raum standen Kosten von einer Million Euro. 2017 und 2018 gab es weitere Anträge dazu, immer mit der Option, der Gemeinde zu ermöglichen, das „Filetstück“ zu nutzen. Nun will der Verein bleiben, wo er ist, möglichst lange, um die Fördergelder zu erhalten.

Im nicht-öffentlichen Teil des Haupt- und Finanzausschusses wurden die Vertragsmodalitäten seitens der Politiker beraten. Das Ergebnis: Der TC Blau-Weiß Issum wird den Förderantrag nicht stellen können, die vorzeitige Pachtverlängerung wurde abgelehnt. Die Entscheidung des Rates steht aber noch aus.