Issum soll noch keine Namenszusätze wie Altbierdorf bekommen

Neues aus der Heimat alter Braukunst : SPD will Issum zum Altbierdorf machen

Die Genossen wollen einen Namenszusatz. Verwaltung sieht den Vorschlag eher skeptisch.

Die Begriffe sind bei den Dorfbewohnern schon in aller Munde, Issum ist das Altbierdorf, Sevelen das Hexenland. Die Begriffe sind etabliert, in Sevelen trägt das Freibad den Namen „Spaßbad Hexenland“, es gibt Hexenland-Taxis und auch die Geschäftsleute werben mit dem Namen. Und im Issumer Ortskern steht die Diebels-Brauerei, damit ist der Ort die „Heimat alter Braukunst“.

Die Issumer SPD stellte nun einen Antrag, dass die Namenszusätze nun offiziell werden sollten, zum Beispiel als Zusatz auf dem Ortsschild oder öffentlichem Briefkopf. Im Haupt- und Finanzausschuss wurde darüber beraten. Die Verwaltung war gegen Namenszusätze.

In der Begründung hieß es unter anderem, dass man das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb der gesamten Gemeinde Issum stärken wolle. „Unterschiedliche Namenszusätze in den Ortsteilen würden dem eher entgegenwirken.“ Zudem könnten Personen, vor allem Ortsfremde, die Begrifflichkeiten falsch interpretieren. „So könnte teilweise auch eine unerwünschte Wirkung erzielt werden.“ Brigitte Viefers von der FDP machte darauf aufmerksam, dass es gerade für Sevelen auch noch den Namenszusatz „Töpferdorf“ geben könnte. Denn für die Handwerkskunst ist der Ort ebenfalls bekannt, der Töpfermarkt, der regelmäßig am 3. Oktober stattfindet, ist eine feste Institution.

Der Fraktionsvorsitzende der Issumer SPD, Theo Lehmkuhl, bedauerte, dass der Antrag vielleicht missverständlich war. Der Beschlussvorschlag der Verwaltung sieht vor, für die Ortsteile Issum und Sevelen keine Namenszusätze zu vergeben. Diese Chance wolle man sich aber nicht für die Zukunft verbauen, gibt Lehmkuhl zu Bedenken. Gerd Stenmans, Fraktionsvorsitzender der Issumer CDU stimmt dem zu. Stattdessen soll die Verwaltung beauftragt werden, ein Gesamtkonzept zu entwickeln. „Wir wollen nicht den fünften oder sechsten Schritt vor dem ersten machen“, bestätigt Alexander Alberts von der Issumer Verwaltung. Deswegen wolle man nicht Namenszusätze, wenn es noch kein Rund-um-Programm dazu gibt. „Wir fanden den Antrag von der SPD schön. Er hat einen gewissen Charme“, so die Meinung von Bürgermeister Clemens Brüx. Aber man habe Nachholbedarf im Bereich Tourismus. Rolf-Dieter Pohlmann von der CDU sprach vom Alleinstellungsmerkmal. Am Ende einigte sich die Politik darauf, die Verwaltung zu beauftragen ein Gesamtkonzept zu entwickeln. Die SPD stimmte dem voll zu. Man wolle der Verwaltung Zeit geben und auch den Geschäftsleuten und anderen Interessierten aus der Tourismusbranche, sagte Theo Lehmkuhl abschließend.

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