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Issum: So schnell reagiert die Kirche auf die Tages-Inzidenz

Vorsichtsmaßnahmen in Zeiten von Corona : Wieder Präsenz-Gottesdienste in Issum und Sevelen

Pastor Stefan Keller ist mitterweile ein Experte in Sachen Inzidenzwerte. Er verweist auf das ausgeklügelte Sicherheitskonzept, das die Gemeinde entwickelt hat.

Seit dieser Woche gibt es in den katholischen Kirchen in Issum und Sevelen wieder Präsenzgottesdienste. Die waren kurz vor Ostern wegen der hohen Sieben-Tage-Inzidenz kurzfristig ausgesetzt worden. Zu der Zeit war Issum trauriger Spitzenreiter im Kreis Kleve mit einem Inzidenzwert von fast 300. Ein Hotspot ließ sich damals nicht ausmachen. Issums Bürgermeister Clemens Brüx wies angesichts der Zahlen noch einmal dringend darauf hin, sich an die Mindestmaßnahmen im Rahmen der Coronaschutz-Verordnung zu halten: die AHA-Regeln (Abstand halten, Hygiene beachten und im Alltag Maske tragen), Kontaktbeschränkungen und regelmäßige Testungen. Und die katholische und auch die evangelische Kirche in Issum verzichteten angesichts der Zahlen auf Präsenzgottesdienste zu Ostern.

Die gute Nachricht, dass sich nun bei der katholischen Kirche wieder die Türen für Besucher öffnen, hat sich in Issum schnell herumgesprochen. Er sei direkt beim Discounter von einem Ehepaar angesprochen worden, sagt Pastor Stefan Keller. „Schön, dass es wieder losgeht“, lautetete der Kommentar. Es gebe zwei Lager, diejenigen, die sich über den Besuch der Gottesdienste freuen, weil es ihnen guttut, und diejenigen, die nicht verstehen, warum Gottesdienste stattfinden dürfen, während die allermeisten Geschäfte geschlossen sind, sagt Keller.

Er ist auf der Seite derer, die aus dem gemeinsamen Gottesdienst Kraft schöpfen. Gottesdienst, das sei eine freiwillige Sache. Es gebe ein ausgeklügeltes Sicherheitskonzept, Abstände, Sitzplatzkarten. Da ein Haushalt zusammensitzen darf, wäre Platz für 100 Leute in den Kirchen in Issum und Sevelen. Laut Erfahrung, wenn nicht jede mögliche Bankreihe voll besetzt wäre, würden immer noch 60 Leute mit genügend Abstand Platz finden, erfahrungsgemäß sind es durchschnittlich 40 bis 50 Menschen, die die Präsenzgottesdienste besuchen.

Die Kirchengemeinde St. Anna Issum-Sevelen arbeitet mit einem Anmeldeverfahren. „Das geht, weil wir eine fitte Sekretärin haben“, sagt Keller. Die weiß genau, wer zu den Gottesdiensten kommt und konnte so kurzfristig Bescheid geben, als beschlossen wurde, die Kirche angesichts der hohen Inzidenz zu schließen. Das war zu Palmsonntag. Am Freitagabend habe man sich darauf geeinigt, am Samstag saß die Pfarrsekretärin am Telefon und informierte. Facebook war ein weiterer Info-Kanal. „Aufgrund der dörflichen Struktur spricht sich das schnell rum“, sagt Keller. So könne man kurzfristig reagieren, auch in Zukunft. Er hat sich eine Excel-Tabelle angelegt und rechnet damit jeden Tag die jeweiligen Inzidenzwerte für Issum aus.