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Issum: So geht es weiter mit dem ehemaligen Cap-Markt in Sevelen

Der Wunsch vom Ärzte-Haus bleibt : Ehemaliger Cap-Markt Sevelen: Sorgenkind oder Investitionsobjekt?

Seit sieben Jahren steht das Gebäude des ehemaligen Supermarktes leer. Die SPD favorisiert immer noch ein Ärzte-Haus, die Grünen möchten wissen, wann es endlich weitergeht.

Wohn- und Geschäftshaus in bester Lage sucht neuen Besitzer - so oder so ähnlich könnte die Anzeige lauten, damit wieder Leben in den ehemaligen Cap-Markt in Sevelen kommt. Dafür muss das alte Gebäude aber zunächst abgerissen und ein Investor für den Neubau gefunden werden.

Seit 2014 steht das Gebäude im Herzen von Sevelen leer. Zwischendurch diente es als Flüchtlingsunterkunft. Vorher war es viele Jahre der Supermarkt in zentraler Lage. 2007 schaffte der Caritasverband Geldern-Kevelaer ein Vorzeigeprojekt mit dem Cap-Markt, in dem Menschen mit Handicap arbeiteten. Es sollen nicht genügend Kunden gewesen sein, die den Supermarkt nutzten, deswegen folgte nach sieben Jahren das Aus.

2018 bekundete ein Ärzteehepaar Interesse an dem Objekt, überlegte es sich aber anders. Die Issumer SPD forcierte das Projekt „Ärzte-Haus“, die Lage mitten im Ort und in unmittelbarer Nähe zur Apotheke scheint reizvoll. Nach einer längeren Corona-Pause will die Arbeitsgruppe „Hausärztliche Versorgung in Sevelen“ ihre Arbeit wieder aufnehmen, sagt Sascha Kujath, Fraktionsvorsitzender der SPD. Immer noch werde das Gelände des ehemaligen Cap-Marktes für das Projekt favorisiert, Ärzte gebündelt an eine Stelle in Sevelen anzusiedeln.

Die Issumer Grünen, seit den Kommunalwahlen neu im Issumer Rat, haben zu dem Gelände einige Fragen an die Verwaltung und den Bürgermeister gestellt. „Das auf dem Grundstück Dorfstraße 21 befindliche und im Eigentum der Gemeinde stehende Ladenlokal steht seit nunmehr fast sieben Jahren leer und trägt aufgrund seines Zustandes sicherlich nicht zur Attraktivität des Ortskernes Sevelen bei“, stellen sie fest. Auch die Umgestaltung des Straßenbereiches vor dem Grundstück habe offenbar nicht dazu geführt, dass die Vermarktungsaussichten gestiegen sind. Im Rahmen der Ortskerngestaltung sollte auch die Aufenthaltsqualität gesteigert werden.

Die Grünen möchten wissen, woran es bisher gehapert hat, dass dieses Grundstück in bester Lage nicht von Investoren gekauft und bebaut wurde. Sie fragen auch, ob es mittlerweile alternative Verwendungs- und Bebauungsmöglichkeiten aus Sicht der Verwaltung gebe.

Auf Anfrage der RP gibt sich Bürgermeister Clemens Brüx zuversichtlich. „Wir haben zwei Interessenten, mit denen wir im Gespräch sind“, sagt Brüx. Diese Möglichkeiten haben sich erst Ende vergangenen Jahres ergeben, noch können keine Ergebnisse der Gespräche weitergegeben werden. „Ich bin aber zuversichtlich, dass es nicht mehr Jahre dauert“, sagt er über die Vermarktung. Sicher sei aber auch, dass Politik und Verwaltung an ihrer Vorgabe festhalten: an die Stelle des ehemaligen Cap-Marktes soll ein Gebäudekomplex hin, in dem oben Wohnräume entstehen, unten aber Platz für Gewerbe ist. Von dieser Kombination sei man bislang nicht abgerückt.