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Issum: Kritik im Netz an Hendrik Wüst Foto ohne Abstand und Maske

Kritik an Ministerpräsident : Wüst hält in Issum keinen Abstand und trägt keine Maske

Beim Besuch von Ministerpräsident Hendrik Wüst in Issum scheinen Corona-Maßnahmen vergessen. Das sorgt für Kritik. Was die Staatskanzlei dazu sagt.

Der Termin vor Ort war eher unspektakulär. Dafür gab es danach umso mehr Wirbel im Internet. Im Zentrum der Kritik: NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst. Der war nach Oermten gekommen, um dort eine neue Windkrafttechnik einzuweihen. Auf dem Foto zum Artikel steht Wüst dicht an dicht, unter anderem mit dem Issumer Bürgermeister Clemens Brüx, der Landtagsabgeordneten Margret Voßeler-Deppe und Landrätin Silke Gorißen. Zwar unter freiem Himmel, aber ohne Abstand, ohne Maske.

„Also für die Politik ist dann wohl Corona vorbei und überstanden…“, schreibt eine Userin auf der Facebook-Seite der Rheinischen Post Geldern. „Kein Abstand, keine Masken, berühren sich alle mit den Händen. [...] Wie soll man die Maßnahmen noch ernst nehmen, wenn Politiker machen, was sie wollen. Was für Heuchler“, meint ein weiterer User. „Hendrik Wüst hat die Maskenpflicht und Abstandhalten aufgehoben, er hat es als erster vorgemacht und nur vergessen, es dann im TV bekannt zu geben“, heißt es in einem anderen Kommentar ironisch dazu.

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Von der Pressestelle der Staatskanzlei heißt es auf Anfrage der Redaktion, dass sich natürlich auch die Mitglieder der Landesregierung streng an die Corona-Vorgaben halten würden. „Die Eindämmung der Pandemie und die konsequente Umsetzung der Corona-Maßnahmen sind für die Landesregierung von zentraler Bedeutung“, so ein Sprecher der Staatskanzlei. Daher sei es den Mitgliedern der Landesregierung selbstverständlich wichtig, auch ihre in Präsenz stattfindenden Termine unter Einhaltung der geltenden Vorgaben durchzuführen.

„Der Termin im Windpark Issum hat unter den Voraussetzungen von 2G+ stattgefunden: Alle Teilnehmenden waren geimpft oder genesen und zusätzlich geboostert oder mussten einen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen“, erläutert der Sprecher. Bei dem Veranstaltungsteil, der im Zelt stattfand, habe – anders als im Außenbereich – die Maskenpflicht gegolten. „Im Außenbereich hat der Ministerpräsident für einige wenige Momente der Fotos seine Maske kurz abgenommen. Auch dies geschah unter Einhaltung der Corona-Regeln“, wird klargestellt.

Auch Wüsts Amtsvorgänger Armin Laschet hatte nach einem Termin im Gelderland heftige Kritik mit Hinweis auf die Corona-Situation einstecken müssen. 2020 hatte Laschet sein Grußwort beim WDR-Konzert in der Basilika in Kevelaer nicht digital gesprochen, sondern war live vor Ort. Die Bevölkerung müsse im Lockdown zu Hause bleiben, während der Landesvater ein Konzert besuchte, hieß es daraufhin. Solche Aktionen würden die Akzeptanz für Maßnahmen gegen das Coronavirus senken. Andere fanden es sogar „pietätlos“, dass Laschet ein Konzert besuchte, während Menschen auf der Intensivstation um ihr Leben kämpfen.