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Issum: Keine kommunale Hilfe für Unternehmen in Not wegen Corona

Wirtschaft am Niederrhein : Issum: Keine Corona-Hilfe aus der Gemeindekasse

Die WGI hatte zur politischen Diskussion aufgerufen, wie man Betriebe finanziell unterstützen kann. Am Ende gab es zu viele Unwägbarkeiten, um einen konkreten Hilfe-Plan zu verfassen.

Hilfen für Unternehmen, die vom Lockdown betroffen sind –  das Thema wurde von den Issumer Politikern heiß diskutiert. Die WGI hatte zur Debatte aufgerufen und brachte die Maßnahme der Stadt Straelen ins Spiel, die 98.000 Euro zur Verfügung stellt. Mit dem Geld kann unter anderem die Miete für Geschäftsleute in der Innenstadt teilweise bezuschusst werden, um so Leerständen vorzubeugen. Dabei handelt es sich um ein Sofortprogramm zur Stärkung der Innenstadt und Zentren. So gerne er auch Issum als Zentrum sehen würde, so Bürgermeister Clemens Brüx, nein, da sei Issum nicht gefragt. Das Programm ziele auch nicht auf die Hilfe in Corona-Zeiten, sondern, wie es der Name schon sagt: dient der Stärkung von Stadtzentren.

Zurück zur eigentlichen Idee des Antrags der WGI: Wie sollte den von Corona gebeutelten Unternehmen im Ort geholfen werden. Und mit wie viel Geld? Es entwickelten sich aus den zwei Fragen viele andere. Wem genau sollte geholfen werden? Nur Ladenbesitzern, was ist aber mit Reitschulen? Und wie soll das Geld ausgezahlt werden? Soll es ein Geschenk der Gemeinde sein oder eher ein Kredit? CDU-Fraktionssprecher Gerd Stenmans machte auf die vielen Unwägbarkeiten und Gefahren aufmerksam. So könne es sein, dass ein Unternehmen den Anspruch auf Hilfen von Bund oder Land verliert, wenn es schon Geld von der Kommune gibt. Könnte sich die Kommune womöglich der Insolvenzverschleppung schuldig machen, wenn es ein Unternehmen unterstützt, dass gar nicht mehr zu retten gewesen wäre? „Ich glaube, da kommen wir nicht weiter“, sagte Brüx angesichts der vielen ungeklärten Fragen. Antragsteller Hein zeigte sich enttäuscht. „Da muss man sich nicht wundern, wenn Issum nicht mehr als Wirtschaftsstandort als attraktiv empfunden wird, wenn man den Unternehmen nicht weiterhilft.“ So gab es bei der Abstimmung am Ende zwei Stimmen für den Hilfsfonds (Robert Hein von der WGI und Thomas Wittenburg von der FDP), zwölf dagegen und zwei Enthaltungen.