Feuerwehreinsatz in Issum Frau nach Explosion im früheren Wasserwerk in Lebensgefahr

Update | Issum · In Issum musste die Feuerwehr am späten Dienstagabend zu einem Einsatz im früheren Wasserwerk ausrücken. Es gab offenbar eine Explosion.

Issum: Feuerwehr rückt wegen Explosion aus
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Feuerwehreinsatz in Issum wegen Explosion

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Foto: Guido Schulmann

Vermutlich eine Explosion hat ein Feuer im Alten Wasserwerk in Issum am späten Dienstagabend ausgelöst. Wie Bernd Manders von der Feuerwehr Issum berichtet, waren die Einsatzkräfte um 22.29 Uhr alarmiert worden. Die Feuerwehr rückte aus und war wenige Minuten später an dem Gebäude, das inzwischen zu einem Einfamilienhaus umgebaut worden ist.

Das Haus an der Straße Am Wasserwerk brannte komplett. Flammen schlugen aus dem Gebäude ins Freie, offenbar wütete das Feuer bereits in mehreren Räumen. Im Garten des hinteren Gebäudes lag der komplette Giebel des Hauses. Eine Explosion hatte das Teil offenbar vom Haus abgesprengt. Die Detonation wird vermutlich auch den Brand ausgelöst haben.

Der 68-jährige Hausbesitzer hatte sich zu der Zeit in einem Nachbarhaus aufgehalten. Als er die Explosion bemerkte, alarmierte er sofort die Einsatzkräfte. Es bestand schneller Handlungsbedarf, da sich seine 67-jährige Ehefrau noch in dem brennenden Gebäude befand. Daher hatte es bei dem Einsatz absolute Priorität, erst einmal die Frau zu finden. Die Feuerwehr fand sie schließlich im Keller. Sie habe massive Brandverletzungen gehabt und hätte sich nicht mehr aus den Flammen befreien können. Ohne die Feuerwehr wäre sie wohl im Feuer ums Leben gekommen.

Durch die Explosion ist die 67-jährige Hausbewohnerin schwer verletzt worden. Sie musste mit dem Krankenwagen in eine Spezialklinik gebracht werden. Laut Polizeiangaben schwebt die Issumerin in Lebensgefahr. Sie hat durch das Feuer schwere Brandverletzungen erlitten. Ihr Ehemann blieb unverletzt, er bangt jetzt um das Leben seiner Frau.

Der Hund des Ehepaars hatte sich ebenfalls in dem brennenden Haus befunden. Er war aber noch rechtzeitig ins Freie gelaufen. Sein Fell sei lediglich etwas angekokelt gewesen, hieß es.

Im Gebäude lagerten mehrere Propangasflaschen. Ob eine von ihnen die Explosion ausgelöst hat, sollen die weiteren Untersuchungen zeigen. Man habe insgesamt sieben Flaschen aus dem Gebäude geholt, so Bernd Manders. Teilweise hatten sie im Feuer gestanden.

Die Feuerwehr war mit 48 Kräften und neun Fahrzeugen der Löschzüge Issum und Sevelen vor Ort. Die Einsatzkräfte hatten sofort mit dem Löschen begonnen. Schließlich gelang es der Feuerwehr, den Brand nach etwa einer Stunde unter Kontrolle zu bekommen. Da Wärme und Rauch unter der Decke gefangen waren, mussten die Feuerwehrleute auch einen Teil des Daches abdecken.

Der Einsatz dauerte noch länger, weil immer wieder Glutnester auftauchten, die abgelöscht werden mussten. Um 2.10 Uhr waren die Feuerwehrleute endlich vom Einsatz zurück.

Doch damit war die Nacht für sie noch nicht zu Ende. Eine Stunde später gab es bereits den nächsten Notruf. Der Löschzug Sevelen musste ausrücken, weil an der Alten Gelderner Straße eine hilflose Person hinter einer Tür befreit werden musste. Der Einsatz war gegen kurz nach 3 Uhr zu Ende.

Die Kriminalpolizei hat den Brandort erst einmal beschlagnahmt. „Die Ermittlungen zur Brandursache laufen“, so Polizeisprecher Philipp Pütz. Noch ist völlig unklar, was zur Explosion geführt hat. Hinweise auf Brandstiftung gebe es aber bislang nicht, so der Polizeisprecher.

„Das war für uns alle eine kurze Nacht“, sagte Bernd Manders, der selbst um 5 Uhr wieder zur Arbeit nach Düsseldorf musste. Dort arbeitet er bei der Werksfeuerwehr von Mercedes Benz. Und auch dort gab es am Mittwoch gleich den nächsten Einsatz für ihn.

Das alte Wasserwerk ist durch die Explosion und den Brand so schwer beschädigt, dass das Haus jetzt unbewohnbar ist. In der Wand klafft ein Riesenloch. Der Bauhof hat das Gelände mit einem Zaun abgesperrt.

Das frühere Wasserwerk liegt abseits von anderer Bebauung und außerhalb des Ortskerns in der Nähe der Bundesstraße 58. Es handelt sich um ein umgebautes Industriegebäude, das dadurch auch seinen besonderen Charme hat. Zur Höhe des Sachschadens gibt es noch keine Angaben.

(dtm/zel)
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