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Issum: Deutsche Glasfaser sorgt für Ärger im Außenbereich

Schnelles Internet im Außenbereich : Issum: Deutsche Glasfaser sorgt für Ärger

In Großholthuysen rückte der Bautrupp unangekündigt an und bohrte auf einem Privatgrundstück. Die Anwohner bemängeln die fehlende Informationspolitik. Die Gemeinde sucht das Gespräch.

Plötzlich steht ein Bagger vor der Haustür und es werden Kabel verlegt. Die Anwohner in Großholthuysen sind überrascht und verärgert über das Vorgehen der Deutschen Glasfaser. „Wir haben nichts gegen das schnelle Internet“, betont Bernd Wanders. Aber man würde gerne noch vor Beginn der Bauarbeiten informiert werden. „Da mangelt es gewaltig“, stellt er fest.

Ähnlich ergeht es seinem Nachbarn, Carsten Krause. Der hat noch nicht einmal Deutsche Glasfaser beantragt. Auf seinem Privatweg fanden aber Bohrungen statt und Kabel wurden verlegt. „Ich kam abends von der Arbeit, da war schon alles passiert“, sagt er. „Das Grundkonzept ist ja nicht schlecht“, spricht er sich ebenfalls für schnelles Internet aus. „Aber ohne etwas zu sagen, Privatgrundstücke queren und dass man so dafür sorgt, dass weitere Vorhaben auf Eis gelegt werden, das ist nicht die richtige Art.“ Ein Problem sieht er jetzt für eigene Bauvorhaben, jetzt, wo irgendwo irgendwelche Kabel liegen. Wanders spricht ein weiteres Problem an. Wer weiß denn überhaupt, wo die Kabel liegen und wo nicht? Auch Andreas und Maria Soppenberg wundern sich über das Vorgehen. „Die haben einfach angefangen, das Loch gebuddelt und dann liegt da auf einmal ein Erdwall“, beschreibt Soppenberg die Ankunft des schnellen Internets. Das Ehepaar stellt aber klar: „Keiner ist gegen Glasfaserkabel“. Die Jungs können nichts dafür“ nehmen sie die Arbeiter in Schutz. Wanders spricht von einem „international besetztem Bautrupp“, eine Verständigung mit Baggerfahrer und Kabelverlegetrupp, um zu erfahren, was denn genau geplant sei, scheiterte an der Sprachbarriere. „Bitte immer den Bauleiter ansprechen, der trägt eine gelbe Weste und ist deutschsprachig“, sagt Dennis Slobodian von der Unternehmenskommunikation Deutsche Glasfaser. Und: „Grundsätzlich ist der Generalunternehmer dazu verpflichtet, die Tiefbaumaßnahmen per Posteinwurf ein, zwei Tage im Voraus anzukündigen“, sagt er über die Informationspolitik. Hier und da könne es allerdings vorkommen, dass die Ankündigung als Werbung abgetan werde. Aber er wolle noch einmal nachhaken, was im Fall Großholthuysen passiert ist.

Was die Kartierung angeht, so werde auch über den geförderten Ausbau eine genaue Dokumentation geführt. „Sie wird nach der Verlegung dem Auftraggeber, in diesem Fall dem Kreis Kleve, zur Verfügung gestellt“, erklärt Slobodian. Der Kreis Kleve wiederum könne dann den Kommunen die Dokumentation zur Verfügung stellen.

Das bestätigt Thomas Schwolow von der Gemeinde Issum. „Die Bestandspläne werden uns zur Verfügung gestellt.“ Private Wege sind dort üblicherweise nicht verzeichnet. Da es sich allerdings meistens um komplette Versorgungsnetze handelt, sieht man auch die Verläufe auf Privatwegen.

Was die Bohrungen und das Verlegen der Kabel auf seinem privaten Grundstück angehe, so rät Slobodian dem betroffenen Anwohner, sich direkt an Deutsche Glasfaser zu wenden. Das hat Carsten Krause getan. „Ich habe die Hotline angerufen, dann war jemand dran und ich sollte zurückgerufen werden.“ Auf den Rückruf warte er noch heute. Wanders sieht auch die Gemeinde in die Pflicht genommen. Immerhin habe sie sehr für den Breitbandausbau geworben. Schwolow von der Gemeinde Issum erklärt, dass es in den nächsten Tagen einen Termin mit dem Unternehmen geben werde. „Uns haben ein paar Sachen erreicht über die Durchführung und Absprache vor Ort bei Baustellen im Außenbereich.“