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Issum: Baudenkmal Weißes Häuschen muss saniert werden.

Gebäude im Altbierdorf : Weißes Häuschen steht zum Verkauf

Das Issumer Baudenkmal hat sich in den vergangenen Jahren zu einem beliebten Treffpunkt für Kulturbegeisterte entwickelt. Jetzt muss es dringend saniert werden. Die Eigentümerin kann den Aufwand nicht leisten.

Das Gebäude habe sich dank des Zuspruchs von Besuchern aus Nah und Fern als fester Bestandteil des kulturellen Lebens in Issum etabliert. Das schreibt die Gemeinde auf ihrer Internetseite über das Weiße Häuschen an der Neustraße. Filmabende fanden dort statt und Lesungen, Musikabende und Vorträge. Das Kulinarische kam ebenfalls nicht zu kurz. Doch ob das kleine idyllische Gebäude weiterhin als Veranstaltungsort genutzt werden kann, ist offen. Denn Eigentümerin Mechtild Cuypers möchte es verkaufen.

Gemeinsam mit ihrem mittlerweile verstorbenen Ehemann hatte sie das Weiße Häuschen gekauft. Ab 2011 wurde es nach und nach zum Treffpunkt für Issumer und Besucher von außerhalb mit der Liebe zu Kreativem. „In den letzten Jahren haben wir viele schöne Erfahrungen und Begegnungen im Weißen Häuschen erlebt“, heißt es auf der Homepage des Häuschens. Es habe einen festen Stamm engagierter, stets bereiter Helfer und Ideenträger für ein vielseitiges Programm gegeben, „das wir größtenteils ehrenamtlich bestritten haben. Damit haben wir ganze neun Jahre zum Kultur- und Gemeinschaftsleben in Issum beigetragen.“

Mechtild Cuypers (l.) und einige Mitstreiterinnen beim „Markt der schönen Dinge“. Foto: Seybert, Gerhard (seyb)

Doch die Bausubstanz ist nicht mehr die beste. „Das Haus braucht eine grundsätzliche Sanierung“, meint die Eigentümerin. Vor fünf Jahren habe sie gemeinsam mit ihrem Mann das Dach saniert. Doch da müsse jemand richtig Geld in die Hand nehmen, um das Gebäude unter Beachtung der Denkmalschutzbestimmungen auf Vordermann zu bringen.

Mit dem Heimat- und Verkehrsverein Issum hat sie über das Problem gesprochen. Eine Idee war, der Gemeinde das Haus zum Kauf anzubieten. „Die Gemeinde war uns immer wohlgesonnen“, gibt Mechtild Cuypers ihren Eindruck wieder. Die Gemeinde als neue Eigentümerin und der Heimat- und Verkehrsverein sowie die Initiative Weißes Häuschen als Betreiber und Nutzer, das war die Wunschvorstellung. Die so wohl nicht zu realisieren ist. Von der Gemeinde, so Mechtild Cuypers, seien keine Signale gekommen, das Häuschen erwerben zu wollen. Da habe wohl auch die Haushaltsbelastung durch die Corona-Pandemie eine Rolle gespielt.

Eine zweite Idee, die Gründung eines Vereins, wurde wegen der dann ungeklärten Eigentumsfrage verworfen. „Und für mich alleine ist das zu groß“, sagt die Issumerin.

Das Kaufangebot stellte sie auf die Homepage des Weißen Häuschens. Aber auch zuvor habe es diverse Anfragen gegeben, berichtet sie. Ihr geht es darum, das traditionsreiche Denkmal als Gebäude zu erhalten. So bestehe zumindest die Chance, dass es auch in Zukunft einen Beitrag zum positiven Ortsbild der Gemeinde leisten kann. Mechtild Cuypers will die Interessenten in Ruhe prüfen. „Am liebsten hätte ich jemanden aus Issum.“ Aber da habe sich noch keiner gemeldet. Das ist aber noch möglich.

Wo die bisher im Weißen Häuschen veranstalteten Kulturereignisse künftig stattfinden, ist noch offen. Beim Kulturkreis Issum zumindest war das noch kein Thema. Einfach deshalb, weil da wegen der Corona-Pandemie keine Treffen stattgefunden haben.

www.weisses-haeuschen.de