Isabella Seeger neue Fachbereichsleiterin der VHS Gelderland

Geldern : Sie ist die Neue bei der VHS

Isabella Seeger ist jetzt Fachbereichsleiterin bei der Volkshochschule Gelderland für die Bereiche Schulabschlüsse, Sprache und Deutsch als Fremdsprache. Es geht auch darum, Menschen Perspektiven zu schenken, sagt sie.

Wenn Isabella Seeger aus dem Fenster schaut, ist für sie noch alles neu. Viel Zeit zum Aus-dem-Fenster-Schauen hat sie aber nicht, denn auf sie wartet jede Menge Arbeit. Sie ist neue Leiterin des Fachbereichs für Schulabschlüsse, Sprache und Deutsch als Fremdsprache mit der Möglichkeit zum Einbürgerungstest an der Volkshochschule Gelderland.

Sprache ist das Ding der 58-Jährigen. Englisch spricht sie auf dem Niveau eines „Native Speakers“, also einer Muttersprachlerin, Französisch fließend, für beides kann sie als Dolmetscherin oder Übersetzerin arbeiten. Sie hat schon als Dozentin gearbeitet und als Lehrerin, als Quereinsteigerin, an einer Haupt- und Realschule in Ostfriesland. „Sehr ländlich“, beschreibt sie das dortige Umfeld.

Die Stelle bei der Volkshochschule Gelderland ist eine neue Herausforderung für die 58-Jährige, die sie bewusst gesucht hat. Der Niederrhein als solches ist ihr nicht fremd. Vor 30 Jahren hat sie in Wetten gewohnt. Es habe sich seitdem viel verändert, zum Positiven, sagt sie. In Geldern schätzt sie den Marktplatz mit den vielen Cafés. Außerdem habe sie schon gehört, dass kulturell einiges los sein soll. Den Straßenmalerwettbewerb habe sie zwar verpasst, wolle das im kommenden Jahr auf jeden Fall nachholen.

Für ihre Arbeit bei der Volkshochschule hat sie sich einiges vorgenommen. Sie wolle die Einrichtung Volkshochschule nach vorne bringen, sodass sich noch mehr Gruppen für die Angebote interessieren. Die reichen vom handwerklich-künstlerischen Bereich über Gesundheit bis hin zu Sprachen und Schulabschlüssen, die nachgeholt werden können. In der Gesellschaft habe sich das Bild verfestigt, dass jeder Abitur haben müsse. Isabella Seeger schüttelt den Kopf: „Ich war begeisterte Hauptschullehrerin und bin der Meinung, dass an diesen Schulen eine sehr arbeitsfeldorientierte Ausbildung erfolgt.“

Auf diese Erfahrung will sie aufbauen. Sie würde gerne Kooperationen mit Unternehmen aus Geldern und Umgebung schaffen. Sie möchte das Thema Schulabschlüsse mit der Arbeitswelt verknüpfen und so auch dem Mangel an ausbildungsfähigen jungen Leuten begegnen. Den Nutzen haben die Schüler, die ihren Schulabschluss nachholen, und die Unternehmen, weil die Schüler einen Eindruck von der Arbeitswelt bekommen und so später mit praktischem Wissen in eine Ausbildung starten können.

Außerdem möchte sie für Dozenten einen regelmäßigen Austausch schaffen, damit alle voneinander lernen können. Ihre Erfahrungen, die sie in ihrer Dozententätigkeit gemacht hat, fließen da mit ein. Isabella Seeger ist auch die richtige Ansprechpartnerin, wenn es um das Erlernen einer neuen oder das Auffrischen einer Fremdsprache geht. Eine Beratung vorab sei auf jeden Fall sinnvoll, sagt die Expertin: um abzuschätzen, was derjenige schon kann und welches Lernziel er hat. Für den Schulabschluss oder das Lernen einer Sprache gilt: Ohne Motivation geht es nicht. Wichtig sei es, den Menschen eine Perspektive zu schenken, sagt die Fachbereichsleiterin.

Zudem sei es sinnvoll, den Lernenden bei der Zielsetzung und auch möglichst bei den Inhalten des Lernstoffs mit einzubeziehen. „Ich bin nie jemand, der nur lehrt, ich lerne gleichzeitig von meinen Lernenden. Das ist immer so gewesen“, nennt die Fachbereichsleiterin ihre persönliche Einstellung. Trotz des beruflichen Neuanfangs hat sie auch noch ein privates Lernziel ins Auge gefasst: Italienisch. „Ich finde, das ist eine wunderschöne, lebendige Sprache, nur bin ich nie dazu gekommen, sie zu lernen.“