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Interview mit Regina Sprick von der VHS Gelderland

Interview : „Die Volkshochschule hat eine Schlüsselposition“

Die 55-jährige Fachbereichsleiterin über zusätzliche Aufgaben bei der VHS Gelderland. Freizeit gehört Tanz und Gesang.

Seit wann sind Sie bei der VHS Gelderland?

REGINA SPRICK Seit dem 1. Dezember 2001. Ich habe als Leiterin des Fachbereichs „Berufliche Bildung“ angefangen. Ich war die erste Frau als Fachbereichsleiterin bei der VHS Gelderland. In der Beruflichen Bildung waren Frauen damals noch selten. Ich habe auch die Organisation von Frauenveranstaltungen übernommen und dabei die Kooperation mit den Gleichstellungsbeauftragten hergestellt.

Was haben Sie zuvor gemacht?

SPRICK Vorher war ich bei der VHS in Krefeld. Seit 1995 war ich dort als Assistentin des Fachbereichsleiters „Berufliche Bildung“. Meine Schwerpunkte waren damals der Wiedereinstieg für Frauen mit EDV-Kursen, Rhetorik und das Thema: Wie setze ich mich als Frau durch? Ich war auch mit Maßnahmen für Jugendliche befasst, war mit der EDV dort involviert. Bei der VHS Duisburg habe ich das Pilotprojekt „Frauen und Multimedia“ mitgeleitet. Dann ergab sich in Geldern die Möglichkeit auf eine Zwei-Drittel-Stelle, was für mich als Mutter natürlich attraktiv war.

Welche Aufgaben hatten Sie bei der VHS Gelderland bisher?

SPRICK Seit 2006 ist bei der Beruflichen Bildung die Einzelberatung wichtiger geworden. Seitdem gibt es Förderprogramme als Anreiz für Menschen im Arbeitsprozess, sich fortzubilden. Seit 2013 finanziert der Europäische Sozialfond die Beratung zur beruflichen Entwicklung (BBE), die ich seitdem hier in Geldern anbiete. Dafür habe ich die Ausbildung zur RQZ Bildungsberaterin und zum Systemischen Coach gemacht. Darüber hinaus biete ich Beratungen für das Anerkennungsverfahren ausländischer Abschlüsse an. Da stehe ich für alle Fragen zur Verfügung und bin vernetzt mit Jobcentern, der Caritas und dem Internationalen Bund, wo Flüchtlinge betreut werden. Das hat sich noch intensiviert, als ich im November 2016 das Projekt „Deutsch für Flüchtlinge“ startete. Es läuft in Geldern, Straelen und Kerken.

Was sind jetzt Ihre neuen zusätzlichen Zuständigkeiten?

SPRICK Seit ich denken kann, singe, tanze, musiziere ich gerne und stelle Skulpturen her. Früher habe ich auch gerne Theater gespielt und mit meinem Mann Rock’n’Roll getanzt und da Auftritte gehabt. Die Bereiche, die ich von Karl-Heinz Pasing übernommen habe, sind genau darüber: kreatives Gestalten und Gesundheit. Darunter fallen unter anderem Ernährung, Gesundheitsprophylaxe und das Gesundheitsforum. Fit bleiben ist für mich immer ein Thema.

Wie hoch schätzen Sie die Bedeutung der VHS ein?

SPRICK Sehr hoch. Die VHS hat vor allem die Aufgabe, Angebote für jeden Bürger zu machen, ohne dass ein großes Portemonnaie nötig ist. In diesem Semester wurde eine Lücke geschlossen mit dem Angebot „Deutsch als Zweitsprache“ auf dem Sprachniveaus B 2. Der Abschluss B 2 ermöglicht, hier eine Ausbildung zu machen. So können die Potenziale ausländischer Mitbürger ins Arbeitsleben integriert werden. Die VHS bietet hier ein Komplettpaket. Es geht darum, dass Menschen Hoffnung und Perspektiven bekommen. Die VHS hat hier eine Schlüsselposition. Eine Aufgabe ist auch die Information über medizinische und wissenschaftliche Neuerungen.

Wie sieht es mit der finanziellen und personellen Ausstattung aus?

SPRICK Zusätzlich zu der Umlage aus den VHS-Kommunen werbe ich Projektmittel ein von der EU, von der Bezirksregierung Düsseldorf, vom Land und vom Arbeitsministerium. Mit dem Weggang von Herrn Pasing brach personell erst mal ein Standbein weg. Ab 1. September bekommen wir wieder Unterstützung. Wir sind hier im Haus ein tolles Team, alle sind engagiert bei der Sache. Mit unseren zur Verfügung stehenden Ressourcen geben wir unser Bestes.

Wie genießen Sie Ihre Freizeit?

SPRICK Ich genieße sie vor allem beim Tanzen, ich tanze Boogie und Lindy Hop. Ich singe in einem Chor und beginne im Herbst in einem Gitarrenensemble. Und im nächsten Jahr freue ich mich, bei der Sommerakademie bei den Bildhauern dabei sein zu können.