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In Nieukerk leben drei junge Feuerwehrleute in einer Wohngemeinschaft.

Mensch & Stadt : Die Feuerwehr-WG aus Nieukerk

Drei junge Männer haben jetzt einen kurzen Weg zu ihren Einsätzen. Sie wohnen direkt gegenüber der Feuerwache. Die Freundschaft kam in der Jugendfeuerwehr. In der WG ist die Feuerwehr häufig ein Thema.

Lukas Heynen, Fritz Klein und Lukas Martens wohnen seit dem 1. Mai zusammen in einer WG. Das Besondere dabei: Sie alle sind ehrenamtlich bei der Freiwilligen Feuerwehr in Nieukerk aktiv. Den Standort für ihre Wohnung haben die drei jungen Männer vor diesem Hintergrund auch sehr geschickt gewählt – direkt gegenüber der Feuerwehrwache in Nieukerk.

Wenn der Melder klingelt, heißt das für die Männer bei der Feuerwehr vor allem eins: Beeilung. Denn es geht um jede Sekunde. „Aber wir könnten jetzt zur Wache spazieren und sind trotzdem sehr schnell. Komischerweise beeilen wir uns immer noch. Dabei gehen wir aus der Haustür und sind fast schon da“, erzählt Landwirt Fritz Klein.

„Wenn hier der Melder geht, springen wir direkt auf. Das ist jetzt eine Umstellung. Vorher kam man mit allen gleichzeitig bei der Wache an, jetzt müssen wir meistens noch warten. Das dauert normalerweise nicht lange, aber kommt einem ewig vor. Die anderen freuen sich, wenn sie ankommen und die Tore schon auf und die Autos schon an sind“, sagt Metallbauer Lukas Martens.

Die drei jungen Männer freut nicht nur, dass sie schneller bei der Wache sind und somit schneller zu den Einsätzen kommen. „Wer als erstes an der Wache ist, bekommt auch das erste Auto“, erklärt Lukas Heynen. „Dann kommt man bei den Einsätzen als erstes an und hat am meisten zu tun. Und oft ist das erste Auto auch das, das am längsten da bleibt.“

Und das machen die drei Feuerwehrmänner gerne. Die jungen Männer im Alter von 21 und 22 Jahren sind hauptberuflich alle in anderen Bereichen tätig. Trotzdem engagieren sie sich schon seit vielen Jahren in ihrer Freizeit bei der Freiwilligen Feuerwehr. „Ich war schon immer Fan von der Feuerwehr“, erinnert sich Lukas Martens. „Deshalb war klar, dass ich auch selbst in die Feuerwehr gehe, sobald ich kann.“

2013 lernten Lukas, Lukas und Fritz sich bei der Jugendfeuerwehr kennen. In den vergangenen Jahren hat sich daraus eine starke Freundschaft entwickelt. Große Brände, zahlreiche Übungseinsätze und Trainingsstunden haben die drei schon zusammen erlebt. „Das schweißt natürlich zusammen“, sagt der 21-jährige Lukas Heynen. Als er davon hörte, dass eine Wohnung nur wenige Meter entfernt von der Wache frei wird, kam ihm die Idee, dort mit seinen Freunden einzuziehen. „Als dann die Chance kam, dass wir hier einziehen, dachte ich, es sei eine coole Idee“, erinnert sich der Kranführer und Dachdeckerhelfer.

Und auch zu Hause ist die Arbeit bei der Feuerwehr häufig Thema. „Oft diskutieren wir, was bei den Einsätzen gut gelaufen ist und was wir besser machen könnten, um beim nächsten Mal noch schneller zu sein“, erzählen die drei jungen Männer. Am meisten Spaß an der Arbeit macht es ihnen, anderen Menschen zu helfen und dabei das Gelernte anwenden zu können. „Genau dafür üben wir ja viel, auch in unserer Freizeit“, sagt Lukas Heynen. „Und auch die Kameradschaft ist ein ganz großes Thema dabei. Wir sind alle verschieden und können viel voneinander lernen. Es macht Spaß, sich auszutauschen, zusammenzuarbeiten, und auch einfach mal zu quatschen“, sagt Lukas Martens.

Trotz der Nähe zur Wache müssen die drei Feuerwehrmänner nicht öfter zu Einsätzen als sonst. „Oft müssen die Älteren mal übernehmen, die haben mehr Erfahrung. Und wir müssen ja auch gar nicht. Das ist alles freiwillig. Wir machen das gerne.“

Eins ist klar: Die drei jungen Männer sind mit Leidenschaft dabei und werden auch in Zukunft immer zur Stelle sein.