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In Issum ein neues Haus für 24 Menschen mit Handicap.

Zeremonie : Issumer St.-Josef-Haus feiert „Aufschlagfest“

Bei bestem Oktoberwetter wurde auf der Kapellener Straße die Fertigstellung des Rohbaus gefeiert.

Auf drei Etagen werden 24 Personen mit unterschiedlichen Handicaps ihr neues Zuhause finden. Elke Heckes, Bewohnerin des St.-Josef-Hauses, hat bereits größte Vorfreude auf ihr neues Zimmer: „Ich hab’ in den ganzen 25 Jahren noch nie neue Möbel bekommen – nun bekomme ich welche. Nur mein Pflegebett, das kommt mit in meine neuen vier Wände.“ Jeweils acht Bewohner werden auf einer Etage ihre Unterkunft finden. Auf jedem Stockwerk befinden sich eine gemeinschaftliche Küche und ein gemeinsamer Wohnraum, die der achtköpfigen Wohngruppe einer jeden Etage zur Verfügung stehen.

Auch habe nun jeder seine eigenes, kleines Bad: „Endlich kann ich nachts auch mal in der Unterhose zur Toilette gehen“, erzählt Heckes mit einem Lächeln. Auch die Größe der Zimmer habe sich verändert. Von zwölf auf 17,5 Quadratmeter wurden die Räumlichkeiten vergrößert, heißt es. Im alten Wohnheim sind gegenwärtig mehr als 24 Personen untergebracht, berichtet Andrea Emde, Pressesprecherin der Caritas Wohn- und Werkstätten Niederrhein. Alle, die zukünftig nicht mehr im St.-Josef-Haus wohnen werden, haben bereits eine Unterkunft in anderweitigen Einrichtungen zugesichert bekommen, erzählt sie.

Auf der Kapellener Straße wurde passend zur Fertigstellung des Rohbaus bei bestem Oktoberwetter das traditionelle Richtfest zusammen mit Vertretern aus der Politik, Mitarbeitern der Caritas Wohn- und Werkstätten Niederrhein sowie den Bewohnern des St.-Josef.-Hauses und deren Familien und Freunden gefeiert. Da es sich um ein Flachdachgebäude handelt, fiel das für den Brauch übliche „Nagel in einen Holzbalken schlagen“ aus. „Die Geschichte mit dem letzten Nagel, der in den Dachbalken geschlagen werden muss, kenne ich. Deswegen haben wir uns für ein flaches Dach entschieden“, witzelt Arnd Lattenkamp, der Geschäftsführer der Caritas Wohn- und Werkstätten Niederrhein, bei seiner Rede.

Traditionell wurden Richtsprüche und Schnäpse an die Bauherren und Architekten verteilt. Im Anschluss sorgten die beiden Hausmeister für den Hebeschmaus, delikate Burger und Hot Dogs wurden ebenfalls beim Richtschmaus verspeist. 2,85 Millionen Euro soll das barrierefreie Gebäude insgesamt Kosten. Einen enormen Teil der Baukosten wird durch Fördergelder der Stiftung Freie Wohlfahrt NRW finanziert.